Neue Wege fürs Ehrenamt auf Demografie-Workshop

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Jede Menge Anregungen für erfolgreiche Vereins- und Ehrenamtsarbeit auch in einer älter werdenden Gesellschaft erhielten die Teilnehmer des Demografie-Workshops im Landratsamt.

Nachwuchssorgen plagen die meisten Vereine im Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Vor allem wird es zunehmend schwieriger, Freiwillige zu finden, die Verantwortung und ein Vorstandsamt übernehmen.

Soziale Veränderungen und ihre Bedeutung für das freiwillige Engagement im ländlichen Raum mit Blick auf den demografischen Wandel waren deshalb Thema eines Demografie-Workshops, zu dem der Kreisausschuss Vertreter von Kommunen, Vereinen, Kirchen und Verbänden eingeladen hatte.

Vorschläge für Ausbau des Ehrenamtes

Für die Vereine wird’s nicht leichter, wenn die Menschen immer älter werden und immer weniger Jüngere nachkommen. Das machte Referent Stefan Würz von der Landesehrenamtsagentur Hessen deutlich. Er empfahl den Vereinen deshalb neue Wege zu gehen und hatte auch gleich eine ganze Reihe von Vorschlägen dabei, wie solche neuen Wege aussehen könnten.

So empfiehlt er zum Beispiel Fortbildungen für Vorstands-/Vereinsmitglieder, damit die in Fragen des Vereins und Steuerrechts, der Buchhaltung und Kassenführung oder auch des Lebensmittelrechts (wichtig für Feste, bei denen Gäste bewirtet werden) nicht allein gelassen werden. Entsprechende Angebote bzw. Zuschüsse gebe es beim Landkreis Hersfeld-Rotenburg, ergänzte Zukunftsbeauftragte Anja Deiß.

Hilfreich für Vereine kann es auch sein, sich mit anderen zusammenzuschließen oder unter das Dach einer großen Organisation zu schlüpfen. Vorstandsteams können Aufgaben gemeinsam lösen. Für befristete Angebote ist es oft leichter, Mitstreiter zu finden, vor allem, wenn deren Aufgaben klar definiert werden.

Nicht zuletzt müsse deutlich gemacht werden, dass ein Ehrenamt auch einen Mehrwert fürs eigene Leben bedeutet, waren sich die Referenten des Workshops einig. Dazu gehöre von Seiten des Vereins aber auch eine Kultur des Dankens.

Verein MuM will Netz für Nachbarschaftshilfe knüpfen

Vor allem jedoch erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer jede Menge guter Ideen, dargestellt am Beispiel existierender Projekte. So erzählte Pfarrer Michael Zehender aus Obergeis von MuM (Menschen unterstützen Menschen), einem Verein, in dem politische Gemeinde, evangelische Kirche und Ehrenamtliche mitarbeiten. MuM will ein Netz für Nachbarschaftshilfe knüpfen, betreut Demenzkranke, plant jetzt einen gemeinsamen Mittagstisch für Senioren und Partnerschaften zwischen Jugendlichen mit Problemen und älteren Menschen.

In Litzendorf bei Bamberg gibt es das Bürgertelefon, eine Art Tauschbörse für Hilfeleistungen aller Art. Darüber berichtete Ria Linssen. Von der Freiwilligenagentur Marburg-Biedenkopf war Doris Heineck zu Gast. Sie erzählte vom Aufbau von Mehrgenerationentreffpunkten und der Arbeit von Engagementslotsen. (Von Christine Zacharias)

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