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Überempfindlichkeit: Was die Ursache für Neuropathie ist

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Von: Kilian Bäuml

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Forschungsergebnisse liefern jetzt neue Erkenntnisse zur Ursache der Schmerzen von Neuropathie. Hierfür wurde der Zusammenhang von Verletzung der Nerven und Regenerierung an Mäusen untersucht.

Frankfurt – Rund drei Prozent der Bevölkerung in Deutschland leidet unter Neuropathie, berichtet die Apotheken Umschau. Typisch sind Taubheitsgefühle und Kribbeln in bestimmten Körperarealen. Später entwickelt sich dort eine Überempfindlichkeit der Nerven, die zu starken Schmerzen bei den erkrankten Personen führen. Forschende habe in einer neuen Studie, veröffentlicht im Wissenschaftsmagazin Nature, eine Ursache der chronischen Nervenkrankheit nachgewiesen.

Unter dem Begriff Neuropathie und Polyneuropathie werden Krankheiten des Nervensystems gesammelt. Funktionieren gleich mehrere periphere Nerven des Körpers nicht, lässt sich von einer Neuropathie sprechen, schreibt das Handbuch MSD Manual. Die peripheren Nerven liegen in den äußeren Bereichen des Körpers.

Schmerzen-Fuß-Burning-Feet-Syndrom
Schmerzende Füße können ein Symptom von Neuropathie sein (Symbolfoto) © Imago

Neuropathie: Symptomatik der Nervenkrankheit

Die Krankheit kann sich auf verschiedene Nervenareale auswirken, es kann auch dazu kommen, dass mehrere Nervenareale betroffen sind. Laut dem MSD Manual können folgende, wichtige Nervensysteme betroffen sein:

Autonomes NervensystemSteuert Funktionen wie den Blutdruck und die Herzfrequenz
HirnnervensystemVerbindet den Kopf und alle dort befindlichen Organe mit dem Gehirn
Motorisches NervensystemKontrolliert die Bewegungen der Muskeln
Sensorisches NervensystemZuständig für die sensorische Wahrnehmung wie sehen und hören

Eine besonders häufig und meist als erstes betroffene Körperstelle sind die Füße, informiert die Universitätsklinik Heidelberg. Die Missempfindungen treten in der Regel in beiden Füßen gleichzeitig auf und können dann die Beine entlang weiter in Richtung Körpermitte steigen.

Neuropathie: Entstehung der chronischen Nervenkrankheit

Die Auslöser der Krankheit sind sehr vielseitig. Die Universitätsklinik Heidelberg nennt unter anderem Alkoholmissbrauch oder Nährstoffmangel als mögliche Auslöser. Besonders häufig tritt die Krankheit auch bei einer falsch behandelten Diabetes-Erkrankung auf, da sich der dauerhaft erhöhte Blutzuckerspiegel auf die Nerven auswirkt. Außerdem wird die Krankheit oft chronisch, das bedeutet, dass sie sich über mehrere Monate oder sogar Jahre entwickelt, bis Symptome für Betroffene bemerkbar werden, schreibt das MSD Manual.

Umgang mit Diabetes Typ 2 lernen
Erhalten Patienten die Diagnose Diabetes, müssen sie viele Dinge neu lernen - etwa den Blutzucker zu messen. © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

Neue Erkenntnisse in der Forschung zu Neuropathie

Eine Gruppe von Forschenden der Universität Heidelberg konnte jetzt in einem Versuch an Mäusen die Ursache der chronischen Schmerzen feststellen. Hierfür wurden den Mäusen Verletzungen zugefügt, anschließend wurde ihre Regeneration mit verschiedenen Biomarkern und mikroskopischer Verfahren beobachtet, berichtet das Online-Wissenschaftsmagazin scinexx.de.

Die Verletzungen verhielten sich wie erwartet zunächst unempfindlich. Doch nach etwa 20 Wochen begannen die Mäuse auf leichte Berührungen sehr empfindlich zu reagieren. Als Grund dafür machten die Forschenden eine fehlerhafte Nervenregeneration aus. Eine mögliche Ursache sind neu gebildete Fasern, die das Schmerzempfinden weiterleiten und entlang der Blutgefäße wachsen. „Die neu einwachsenden Nociceptoren nutzen die kleinen Blutgefäße offenbar als Gerüst“, erklärt das Team der Universität Heidelberg gegenüber scinexx.de.

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Die Polyneuropathie kann chronisch verlaufen. © Imago/Spectra

Weiter konnte festgestellt werden, dass sich die Nervenfasern bis in die Zellen der Haut ausbreiten können, wo sie möglicherweise die Wahrnehmung der Tastreize beeinflussen. Demzufolge könnte es sich hier um die Ursache für das Schmerzempfinden handeln. Seniorautorin Rohini Kuner von der Universität Heidelberg sagt gegenüber scinexx.de dazu: „Sie zeigen die Bedeutung neuronaler Fehlentwicklungen während des Heilungsprozesses auf.“

Das Team von Forschenden möchte als Nächstes untersuchen, wie sich die Regeneration der Nervenzellen anregen lässt, berichtet scinexx.de. So könnte ermöglicht werden, dass erst gar keine erhöhte Schmerzempfindlichkeit entsteht. (Kilian Bäuml)

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