Durchfall und Erbrechen

Was sind Noroviren eigentlich?

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Noroviren sind sehr leicht übertragbar und weltweit verbreitet.

Noroviren sind sehr leicht übertragbar und weltweit verbreitet. Hinter Durchfall und Erbrechen steckt häufig eine Infektion mit Noroviren. Besonders in den Wintermonaten häufen sich die Fälle.

Eine Norovirus-Infektion verursacht plötzlich Übelkeit, Durchfällen und Erbrechen auch durch Bauchschmerzen und Mattigkeit. Diese typischen Beschwerden einer Magen-Darm-Erkrankung sind ein Hinweis auf Noroviren. Die Körpertemperatur kann leicht erhöht sein, meist kommt es jedoch nicht zu hohem Fieber. 

In der Regel klingen die akuten Symptome bereits nach ein bis zwei Tagen wieder ab.

So werden Noroviren übertragen

Die Viren werden über den Stuhl oder das Erbrochenes des Menschen ausgeschieden. Sie können über Schmierinfektionen direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden. Aber auch Speisen und Getränke - etwa verunreinigtes Wasser - sind eine mögliche Infektionsquelle.

  • Erkrankte sind extrem ansteckend, sogar bis zu 48 Stunden nach Abklingen der Symptome. 

Verstärkte Ansteckungsgefahr besteht nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin in Gemeinschaftseinrichtungen wie Krankenhäusern, Kindergärten und Altenheimen. Der Nachweis der Viren ist meldepflichtig. Besonders häufig erkranken demnach Kinder unter 5 Jahren und ältere Menschen über 70.

Behandlung bei Norovirus-Infektion

Bei einem Verdacht auf eine Norovirus-Infektion ist der Hausarzt der richtige Ansprechpartner. Wichtig ist vor allem, den hohen Flüssigkeits- und Elektrolytverlust wieder auszugleichen. Beim schweren Verlauf ist ärztliche Hilfe wichtig. Vor allem Säuglinge und ältere Menschen müssen viel Flüssigkeit zu sich nehmen.

  • Norovirus-Patienten sollten sich schonen und im Bett bleiben.

So schützen Sie sich vor Noroviren

Eine vorbeugende Impfung gegen eine Noroviren-Infektion gibt es nicht. Auch spezifisch wirksame antivirale Medikamente stehen nicht zur Verfügung. Um eine Norovirus-Ansteckung zu verhindern, ist Hygiene absolut notwendig. Händewaschen nach dem Toilettengang oder nach Kontakt mit Erbrochenen sind besonders wichtig.

Beim Erbrechen können auch Toiletten, Waschbecken oder Kleidung mit Noroviren verseucht werden.

  • Gebrauchte Putzlappen sollten entsorgt oder in der Waschmaschine bei möglichst hoher Temperatur von 90 Grad Celsius gewaschen werden.
  • Verschmutzte Wäsche in einem geschlossenen Behälter sammeln und bei höchst möglichen Temperaturen Waschen. Ein handelsübliches Waschmittel ist ausreichend.
  • Flächen und Gegenstände, die ein Erkrankter benutzt hat, sollten auf jeden Fall nach Abklingen der Symptome gründlich desinfiziert werden.
  • Erkrankte Personen sollten kein Essen zubereiten.  

Noroviren

Noroviren wurden 1972 entdeckt, laut RKI werden immer wieder auch neue Formen der Erreger gefunden. Sie sind sehr resistent gegen Umwelteinflüsse wie Temperaturschwankungen und können länger als zwölf Tage auf verunreinigten Flächen ansteckend bleiben.

In den vergangenen Jahren war es häufiger zu Ausbrüchen auf Kreuzfahrtschiffen gekommen. Ursache könnte nicht nur der enge Raum sein, auf dem die Reisenden leben, sondern auch die Kost: Auf solchen Schiffen werden oft Speisen wie Salate und Meeresfrüchte angeboten.

Norovirus: Das sind die schlimmsten Fälle

Kantinenessen
Schmerzen, Übelkeit und Fieber - Salmonellen und auch das Norovirus führen zu Durchfall und Erbrechen. Oft sind Schulen und Kindergärten betroffen. Einige Fälle: © dpa
September 2012: Mindestens 4000 Kinder und Jugendliche und vereinzelt auch Lehrer in Sachsen, Thüringen, Berlin und Brandenburg sind, laut Angaben des Robert-Koch-Institut (28. September 2012) an Durchfall erkrankt und müssen sich übergeben. Die Ursache ist noch immer unklar. Noch tappen die Behörden im Dunkeln. © dapd
Juni 2011: In einem Zeltlager in Bad Segeberg infizieren sich 300 Teilnehmer an dem Norovirus. 143 mussten in Kliniken eingeliefert werden.  © dpa
Januar 2011: Ein Fahrgastschiff mit rund 140 Passagieren an Bord steht in Koblenz auch an Neujahr unter Quarantäne. An Silvester waren dutzende Fahrgäste an Brechdurchfall erkrankt. © dpa
September 2010: Bei einer Klassenfahrt in die Lüneburger Heide infizieren sich rund 50 Schüler und mehrere Lehrer einer Gesamtschule aus Bovenden bei Göttingen mit einem Virus. Mehrere Kinder müssen mit Magen-Darm-Beschwerden ins Krankenhaus. © dpa
September 2010: Eine Grundschule bei Delmenhorst (Niedersachsen) muss mehrere Tage schließen und gründlich gereinigt werden. Viele Kinder leiden unter Erbrechen und Durchfall. Ursache ist vermutlich das Norovirus. © dapd
April 2008: In zwei hessischen Kindergärten und einer Grundschule erkranken 40 Kinder an Salmonellen. Sie klagen über Fieber und Kopfschmerzen sowie starken Durchfall. Woher die Bakterien stammten, bleibt ungeklärt. © dapd
April 2008: Nach einer Salmonelleninfektion müssen 60 Kinder und sechs Erwachsene im Raum Görlitz (Sachsen) ärztlich versorgt werden. Die drei betroffenen Kindertagesstätten waren aus derselben Küche beliefert worden. © dapd
Dezember 2007: Rund 100 Kinder und einige Lehrer einer Münchner Grundschule erkranken am Norovirus. Um die Räume zu desinfizieren und um weitere Infektionen zu vermeiden, bleibt die Schule tagelang geschlossen. © dpa
August 2007: Dutzende Kinder und zwei Erzieher erkranken in Hagen, Herdecke und Wetter (Nordrhein-Westfalen) an Salmonellen. Grund ist ein defektes Temperaturmessgerät in einer Großküche. © dpa
Mai 2007: Über 170 Kinder und ein Erwachsener erkranken an mehreren Schulen und Kindertagesstätten in Sachsen-Anhalt an Salmonellen. Ins Visier der Lebensmittelüberwachung gerät ein Essensanbieter. © dapd

dpa

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