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Omikron nicht für jeden harmlos: Diese Acht Faktoren bestimmen, wie die Infektion verläuft

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Von: Luisa Weckesser

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Trotz Impfung kommt es immer wieder vor, dass auch vollständig Geimpfte schwer an Covid-19 erkranken. Eine große Studie zeigt nun die größten Risikofaktoren.

Kassel – Die Impfung gegen Corona kann zwar eine Infektion nicht verhindern, schützt aber in der Regel vor einem schweren Verlauf. Vor einer Infektion mit der neuen Variante Omikron sind doppelt Geimpfte kaum geschützt – nur der Booster bietet einen gewissen Schutz.

Dennoch stieg bereits vor dem Auftreten von Omikron die Zahl derer, die trotz doppelter Impfung erkrankt sind, deutlich an. In Deutschland wurden über eine halbe Million solcher Impfdurchbrüche erfasst.

Laut Robert-Koch-Institut (RKI) ist dieser Umstand aber kein Indiz für den unzureichenden Impfschutz, sondern normal. „Je mehr Personen in einer Bevölkerung geimpft sind, umso mehr Impfdurchbrüche beobachtet man“, erklärt das RKI. Bei einer Impfquote von rund 72 Prozent sei es also nicht verwunderlich, dass auch die Zahl der Impfdurchbrüche steigt.

Warum erkranken einige Menschen trotz vollständiger Impfung schwer, während andere völlig symptomfrei bleiben? Eine neue Studie des National Institutes of Health in den USA schafft Klarheit. (Symbolbild)
Warum erkranken einige Menschen trotz vollständiger Impfung schwer, während andere völlig symptomfrei bleiben? Eine neue Studie des National Institutes of Health in den USA schafft Klarheit. (Symbolbild) © Bodo Schackow/dpa

Omikron nicht für jeden harmlos: Acht Faktoren besonders ausschlaggebend für schweren Verlauf

Woran liegt es also dann, dass einige Menschen trotz vollständiger Impfung schwer erkranken und andere völlig symptomfrei bleiben? Eine neue Studie des National Institutes of Health in den USA schafft Klarheit. Die Forscher analysierten die Daten von über 1,2 Millionen Menschen, die zwischen Dezember 2020 und Oktober 2021 gegen Corona geimpft worden sind. Zuerst berichtete der Focus darüber.

Ein Großteil der Menschen, die für die Studie ausgewählt worden waren, erhielt zwei Dosen von Biontech/Pfizer (72 Prozent) oder Moderna (20 Prozent), ein kleinerer Teil eine Dosis des Vakzins von Johnson & Johnson (6,5 Prozent). Lediglich 2246 Menschen seien trotz der Impfung an Covid-19 erkrankt. 189 davon erlitten einen schweren Verlauf, der mit Atemnot, einer nicht-invasiven oder invasiven Beatmung oder einem Aufenthalt auf der Intensivstation einherging.

Anhand der gesundheitlichen Daten der Erkrankten konnten die Forscher feststellen, dass acht Faktoren besonders ausschlaggebend dafür waren, ob ein Patient trotz der Corona-Impfung schwer erkrankte.

Mindestens einer dieser Faktoren habe laut Studie bei den Schwererkrankten vorgelegen:

  1. ein Alter von mehr als 65 Jahren
  2. eine entweder durch Medikamente oder durch eine Erkrankung unterdrückte Immunabwehr
  3. eine chronische Lungenerkrankung
  4. eine chronische Lebererkrankung
  5. eine chronische Nierenerkrankung
  6. neurologische Erkrankungen
  7. Diabetes
  8. Herzerkrankungen Quelle: focus.de

Omikron nicht für jeden harmlos: Forscher raten Personen mit den genannten Risikofaktoren zur Impfung

Bei 36 Patienten, die trotz einer Corona-Impfung an den Folgen von Covid-19 verstarben, lagen mindestens vier der genannten Faktoren vor. Das Geschlecht der Patienten spielte aber laut der Studie keine Rolle.

Die Daten der Studie zeigen deutlich, wie wichtig eine Auffrischungsimpfung sowie die Vermeidung einer Ansteckung gerade für Patienten, bei denen eine oder mehrere Risikofaktoren vorliegen, ist. Die Forscher betonen außerdem, wie wirksam die Impfung gegen einen schweren Verlauf mit Todesfolge ist. Denn in der Studie waren nur 0,02 Prozent von einem schweren Verlauf betroffen. (Luisa Weckesser)

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland steigt weiter. Die Virologin Sandra Ciesek hat sich nun gegen eine Lockerung der Corona-Schutzmaßnahmen wie in Großbritannien oder Dänemark ausgesprochen.

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