Onkologische Versorgung am RKH erweitert

Die Versorgung von Tumorpatienten in Nordhessen wird durch die onkologische Neustrukturierung am RKH verbessert. Dank interdisziplinär arbeitender Onkologen wird die Kompetenz des RKH ergänzt

Seit 1982 ist das Rote Kreuz Krankenhaus Kassel (RKH) Teil des onkologischen Schwerpunktes Kassel und betreut krebskranke Patienten aus der Region Kassel und Nordhessen – am RKH im Kasseler Westen können hämatologische und onkologische Erkrankungen diagnostiziert und therapiert werden. Um die onkologische Versorgung noch weiter auszubauen und zu verbessern, wurde jetzt der onkologische Schwerpunkt durch eine fachübergreifende Zusammenarbeit neu strukturiert. Dadurch soll die onkologische Kompetenz in den internistischen und chirurgischen Abteilungen des Krankenhauses gezielt gefördert werden. „Das RKH besitzt durch seine große Palliativstation und die Kliniken für Schmerztherapie, Viszeralchirurgie, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und die Medizinische Klinik ein einmaliges onkologisches Profil“, so Dr. med. Mathias Kleiß. Der Bereichsleitende Arzt, der die neu geschaffene Querschnittorganisation „Onkologie“ seit 1. Oktober 2012 betreut, ist Facharzt für Innere Medizin, Facharzt für Hämatologie und internistische Onkologie, Palliativmediziner und Pneumologe. „Moderne Onkologie bedeutet, interdisziplinär und fachübergreifend zusammenzuarbeiten, um optimale Behandlungsergebnisse zu erzielen“, so der Onkologe. „Durch die Neustrukturierung wird mit Dr. Kleiß als ärztlichen Leiter der Onkologie das Spektrum unseres Hauses erweitert und die regelmäßigen interdisziplinären Tumorvisiten und -konferenzen, bei denen alle Tumorpatienten besprochen werden, intensiviert“, erläutert Elisabeth Deterding, Geschäftsführerin des RKH. Durch die Kooperation mit dem Krebszentrum der Universitätsklinik Göttingen profitieren auch die Kasseler RKH-Patienten: Tumorpatienten können in den Göttinger Tumorkonferenzen besprochen werden. Somit besteht bei Bedarf ein direkter Anschluss an die universitäre Spitzenmedizin. Im Göttinger Krebsregister sollen zudem Krebspatienten des RKH geführt werden. In diesem werden detaillierte Daten zur Erkrankung und Therapie gesammelt, um Therapien und die individuelle Betreuung zu optimieren. Außerdem nimmt das RKH an Studien zur Therapieoptimierung, zum Beispiel bei Darmkrebs, teil. Durch den Einsatz eines fachübergreifend arbeitenden Onkologen wird außerdem das palliativmedizinische Spektrum in der Region Nordhessen erweitert: Durch die breite Ausbildung des Onkologen Dr. Kleiß kann das Krankenhaus nun auch die pneumologische Palliativmedizin intensivieren. „Es gibt viele Patienten, die an einer nicht-bösartigen schweren Lungenkrankheit leiden, zum Beispiel der Lungenfibrose. Diesen Patienten können wir – wenn wir nur noch das Leid lindern, aber nicht mehr heilen können – auf unserer Palliativstation ein sehr spezialisiertes Angebot machen“, so Dr. Kleiß.

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