Operieren, damit die Luft nicht weg bleibt

Der Leiter der Thoraxchirurgie an der Universitätsmedizin Göttingen, Dr. Marc Hinterthaner beschreibt die Schwerpunkte der Thoraxchirurgie (Thorax = Brustkorb). Ziel ist stets die bestmögliche Versorgung des Patienten und die geringste Belastung durch die Operation.

Ein Hauptgebiet ist die operative Entfernung von Tumoren im Bereich der Lunge. Dabei gilt das Lungen- oder Bronchialkarzinom als die weltweit häufigste Krebserkrankung bei Männern. Lungenkarzinome werden unmittelbar oder nach Anwendung einer Strahlentherapie entfernt. Oft wird dabei ein Stück gesunde Lunge mit entnommen, um zu verhindern, dass Krebszellen im Gewebe zurückbleiben. Dafür wird der Brustkorb geöffnet.

In den Fachbereich der Thoraxchirurgen fällt auch das Entfernen von Knoten. Bei Lungenemphysem-Patienten wird überschüssiges funktionsuntüchtiges Lungengewebe zugunsten noch gut arbeitender Lungenbereiche entfernt. Zusätzlich wird durch die Operation die Überblähung der Lunge verringert. Ein Lungenemphysem ist zerstörtes, überdehntes Lungengewebe. Ursache ist eine Entzündung, häufig ausgelöst durch das Einatmen von Rauch. Die Folge ist eine Überblähung der Lunge, wodurch kein vollständiges Ausatmen mehr möglich ist. Zudem gelangt CO2 nicht ausreichend ins Blut. Die Folge: Atemnot.

Minimal invasiver Operationsmethoden bedienen sich die Thoraxchirurgen vor allem bei Pneumotorax, einer Erkrankung bei der es durch Platzen von Lungenbläschen zu einem Kollaps der Lunge kommt. Ist kein Unfall die Ursache, spricht man vom Spontanen Pneumotorax. Vor allem in diesem Bereich sind minimal invasive Operationstechniken weltweit am meisten anerkannt. Weiterhin wird die Technik bei diagnostischen Eingriffen wie der Lungenbiopsie (Entfernung von Knoten und entzündlichen Erkrankungen) verwendet. (nh)

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