Dem Traum vom Schnelltest bei Parkinson näher rücken

Die Reihenfolge merken: Dr. Ellen Trautmann testet gemeinsam mit Doktorandin Stefanie Weber und Diplom-Psychologin Maike Hünnemeyer (von links) Hirnleistungen wie beispielsweise Gedächtnisstörungen. Foto: Polk

Unspezifisch sind die ersten Anzeichen einer Parkinson-Krankheit: Nachlassen der Geschicklichkeit, Schwierigkeiten beim Schreiben oder Muskelschmerzen sind frühe Symptome. Die Krankheit entwickelt sich meist sehr langsam. Und bis der Betroffene bei einem Neurologen vorstellig wird, können Monate vergehen.

„Wir hoffen, diese Krankheit eines Tages mit einem einfachen Test diagnostizieren zu können“, sagt Privatdozentin Dr. Brit Mollenhauer. Sie leitet eine Langzeitstudie an der Elena-Klinik, die kaum eine Fragestellung zum Thema Parkinson-Erkrankung auslässt. Die Studie heißt DeNoPa, was für „De Novo Parkinson“ steht und meint, dass die Krankheit im Frühstadium ist. Die Patienten sind noch nicht behandelt worden. In einer Vergleichsgruppe werden gesunde Kontrollpersonen untersucht.

Zu der Studie gehören neben körperlichen Untersuchungen auch solche aus dem Bereich der Neuropsychologie. Diese befassen sich mit

Hirnleistungen wie Gedächtnis, Konzentrationsfähigkeit, Sprachproduktion sowie der Planung komplexer Handlungsabläufe. „Wir untersuchen, in welchen Bereichen sich bei Patienten mit Parkinson Auffälligkeiten zeigen“, sagt Dr. Ellen Trautmann. Die Psychologin arbeitet in der Forschungsabteilung der Elena-Klinik.

Ihre Kollegin Maike Hünnemeyer ergänzt: „Wir wollen herausfinden, ob es typische Anzeichen gibt, die auf eine spätere Demenz hinweisen. Studien zeigen, dass Parkinson mit einem erhöhten Demenzrisiko einhergeht.“

Die Tests zu neuropsychologischen Störungen sind sehr detailliert. Abweichungen von Normwerten wirken sich möglicherweise im Alltag gar nicht aus.

Die körperlichen Symptome der Parkinson-Krankheit sind unter anderem eine Bewegungsverlangsamung und zunehmende Unbeweglichkeit sowie Geh- und Haltungsstörungen. Außer Hirnleistungsstörungen können noch psychische Erkrankungen auftreten wie Depressionen, Halluzinationen und Angststörungen. Die Wahrnehmung zwischenmenschlicher Kommunikation kann sich im Zuge der Krankheit verändern. So fällt es den Betroffenen schwer, verschiedene Gefühle beim Gegenüber zu erkennen, was zu Missverständnissen führen kann.

Die Parkinson-Erkrankung betrifft nicht nur den Patienten, sondern immer auch die Angehörigen. Auch sie sollten über die Symptome informiert sein, damit gemeinsam ein guter Weg der Krankheitsbewältigung gefunden werden kann.

Mehr Aussagen über Auftreten und Verlauf dieser Beeinträchtigungen erwartet das DeNoPa-Forscherteam von den Ergebnissen der Studie.

Von Ilona Polk

www.paracelsus-kliniken.de

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