Immer mehr Pflegebedürftige in Hessen

Die Zahl der Pflegebedürftigen in Hessen ist innerhalb von zwei Jahren um rund 11.000 Personen und damit um 6,2 Prozent gestiegen.

 „Wurden 2007 noch 175.836 Pflegebedürftige gezählt, so hat sich die Zahl laut der aktuellen Pflegestatistik auf 186.893 zum Stichtag 15. Dezember 2009 erhöht“, teilte Petra Müller-Klepper, Staatssekretärin im Hessischen Sozialministerium, mit.

Größter Teil: Versorgung zu Hause

140.507 Pflegebedürftige und damit gut Drei Viertel (75,2 Prozent) der Fälle werden zu Hause versorgt. „Dies ist eine großartige humanitäre Leistung, die von den pflegenden Angehörigen rund um die Uhr in Hessen erbracht wird und die wir uns immer wieder vor Augen führen müssen. Damit liegt unser Bundesland im Ländervergleich an der Spitze“, betonte die Staatssekretärin.

Zumeist pflegen die Angehörigen

Von diesen 140.507 Pflegebedürftigen wird der Großteil – nämlich 100.067 Menschen – ausschließlich durch Angehörige gepflegt. In 40.440 Fällen sind ambulante Pflegedienste unterstützend im Einsatz. 24,8 Prozent der Pflegebedürftigen leben in Pflegeheimen.

Ambulante Pflege steigt

„Der Anteil der stationär Versorgten ist leicht rückläufig. 2007 waren noch 25,4 Prozent der Pflegebedürftigen in Heimen untergebracht. Diese Entwicklung dürfte entscheidend mit auf die verbesserte Unterstützung der ambulanten Pflege zurückzuführen sein, die mit dem Pflege-Weiterentwicklungsgesetz zum 1. Juli 2008 eingeführt worden ist“, analysierte Petra Müller-Klepper.

Die Zahl der Pflegeheime sei analog von 735 auf 732 gesunken, die der ambulanten Dienste von 901 auf 947 gestiegen.

Bedarf an Pflege wächst - Gründe wie Demenz

Aufgrund der zunehmenden Hochaltrigkeit müsse mit einem wachsenden Hilfebedarf älterer Menschen gerechnet werden. „Es ist zu erwarten, dass die Zahl der Pflegebedürftigen im Alter über 65 Jahre bis zum Jahr 2020 um 34,2 Prozent steigt“, skizzierte Petra Müller-Klepper.

Besonders dramatisch werde die Entwicklung der Zahl der an Demenz oder einer anderen gerontopsychiatrischen Erkrankung leidenden Menschen sein. „Neuere Studien gehen von einem Anteil Demenzkranker von zwischen 5,9 und 7 Prozent der Menschen über 65 Jahre aus. Unter den 85- bis 89-Jährigen ist mit mehr als 20 Prozent Demenzkranker zu rechnen. Von den über 90-Jährigen leidet fast jeder Dritte an einer mittelschweren oder schweren Demenz.“

 (Hessisches Sozialministerium)

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