Kultursensible Pflege

Wandel im Pflegesektor: In Zukunft wird die interkulturelle Kompetenz von Pflegekräften, also die Fähigkeit fremde kulturelle Bedürfnisse zu verstehen und mit ihnen umgehen zu können, noch stärker gefragt sein. Foto: dpa

Die Anzahl der über 65-Jährigen Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland wächst. Von derzeit rund 1,6 Millionen wird sie in den kommenden Jahren deutlich ansteigen. Die aktuelle Flüchtlingswelle könnte zu dieser Entwicklung beitragen.

Allerdings zeigt eine aktuelle Studie des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) und der Charité-Universitätsmedizin, dass viele ambulante Pflegeanbieter noch nicht ausreichend auf die Herausforderung vorbereitet sind, Menschen kultursensibel zu pflegen. Besonders in den Bereichen muttersprachliche Pflege sowie leicht zugängliche Informationsangebote für ältere pflegebedürftige Migranten bestehen bei vielen Diensten geringe Kompetenzen.

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In der Studie gaben die Leitungskräfte der Pflegedienste an, dass nur ein Viertel ihrer Mitarbeiter über ausreichende Sprachkenntnisse, Hintergrundwissen zu anderen Kulturen und zu Migrationsaspekten verfügt.

Neue Ausbildungsinhalte

„Es gibt ambulante Anbieter, die ein beispielhaftes kultursensibles Versorgungsangebot bieten. Aber damit bedürfnisorientierte Pflege für alle Menschen in Deutschland möglich wird, ist es wichtig, kultursensible Inhalte in der Aus- und Weiterbildung zu stärken. Auch bei der Ausgestaltung des aktuell diskutierten Gesetzesentwurfs zur Reform der Pflegeberufe ist es dringend erforderlich, eine solche Sensibilität als Aspekt der guten Pflege in diversen und bunten Lebenskontexten umfassend zu berücksichtigen. Ansonsten greift die bevorstehende Ausbildungsreform zu kurz“, erklärt Dr. Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender des ZQP. (nh)

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