Wie man Pflegegeld beantragt

Die Pflegestufen regeln das, was einem Pflegebedürftigen an Pflegegeld oder Sachleistungen zusteht. Nach einem formlosen Antrag auf Einstufung muss die Pflegekasse spätestens nach fünf Wochen ihre Entscheidung mitteilen.

Vor der Einstufung steht jedoch der Besuch eines Sachverständigen des MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) an, der ein Gutachten erstellt.

Was beim Antrag beachtet werden muss

Antragsberechtigt sind der Pflegebedürftige oder sein Bevollmächtigter.

  • Antrag formlos schriftlich oder mündlich stellen: Am besten erledigt man das aber schriftlich, da man dann einen Beweis über den Eingang besitzt. Bei mündlicher Antragsstellung lässt man sich am besten den Namen des Sachbearbeiters geben und notiert Datum und Uhrzeit.
  • Vordrucke gibt es bei der eigenen Pflegekasse
  • Ein ärztliches Attest ist nicht nötig

Es gibt drei mögliche Termine, zu denen die Leistung beginnen kann:

  • Weniger als einen Monat pflegebedürftig: Die Leistungen beginnen mit dem Tag der Antragsstellung
  • Noch nicht pflegebedürftig: Das Pflegegeld gilt am Tag des Eintritts in die Pflegebedürftigkeit
  • Schon länger als einen Monat pflegebedürftig: Die Leistungen beginnen mit dem ersten Tag des Monats der Antragstellung

Wenn ein Gutachter zu Besuch kommt

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Nach dem abgeschickten Antrag wird ein Gutachter des MDK zu Besuch kommen und versuchen festzustellen, in welchem Umfang Pflege benötigt wird. Man sollte sich auf die Begutachtung gut vorbereiten, um dem Gutachter die eigenen Bedürfnisse klar zu machen.

  • Bei dem Besuch sollte jemand dabei sein, der den Pflegebedürftigen gut kennt. Denn manchmal spielt ein Pflegebedürftiger seinen Hilfsbedarf herunter, weil es ihm zum Beispiel peinlich ist, nicht mehr selbst zur Toilette gehen zu können.
  • Der Pflegebedarf sollte sachlich und realistisch dargestellt werden.
  • Ein Pflegetagebuch hilft, den tatsächlichen Bedarf deutlich zu machen. Vorlagen können kostenlos bei den Pflegekassen angefordert oder abgeholt werden. In dem Tagebuch sollte man immer die einzelnen Hilfen, die dafür benötigte Zeit und den jeweiligen Tag aufschreiben.
  • Zuletzt sollte man darauf achten, alle ärztlichen Unterlagen griffbereit liegen zu haben.

Wenn die Einstufung nicht korrekt ist

Ist man mit der Einstufung in die Pflegekategorie nicht einverstanden, kann innerhalb eines Monats formlos Widerspruch eingelegt werden. In der Regel kommt der Gutachter dann ein zweites Mal vorbei.

Im Streitfall kann man sich von seinem Hausarzt oder einem Anwalt für Sozialrecht beraten lassen. Wird der Widerspruch abgewiesen, können Klage beim Sozialgericht eingelegt werden. Widerspruch und Klage sind fürden Kläger jeweils kostenlos, allerdings müssen die Anwaltskosten getragen werden. (Awo Nordhessen)

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