Der Pflegefall kommt oft plötzlich: Neue Möglichkeiten für berufstätige Angehörige

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Die Mehrheit der Menschen in Deutschland will ihre Angehörigen selbst pflegen. Wer voll im Berufsleben steht, kommt dabei schnell an seine Grenzen.

Bisher kann man für die Pflege naher Familienangehöriger nach Absprache mit dem Arbeitgeber befristet aus dem Beruf aussteigen, bekommt aber in dieser Zeit kein Gehalt.

Familienpflegezeit startet

Die Familienpflegezeit soll Berufstätigen helfen, diese finanzielle Lücke zu schließen und ihr Berufsleben und die Pflege von Angehörigen besser vereinbaren zu können. Seit dem 20. Oktober steht der Einführung des Vorhabens nichts mehr im Weg: Der Bundestag beschloss mehrheitlich die Einführung der Familienpflegezeit ab Januar 2012.

Künftig sollen Beschäftigte die Möglichkeit haben, zur Pflege eines Angehörigen ihre Arbeitszeit maximal zwei Jahre lang auf bis zu 15 Stunden pro Woche zu reduzieren. Dabei soll es einen Lohnausgleich geben: Wer zum Beispiel nur noch 50 Prozent arbeitet, soll weiter 75 Prozent des letzten Bruttogehalts bekommen. Das zu viel gezahlte Geld wird nach der Pflegezeit verrechnet: Die Betroffenen arbeiten wieder 100 Prozent, bekommen aber weiter nur drei Viertel des Gehalts bis das Zeitkonto ausgeglichen ist. Um für kleinere und mittlere Unternehmen die Risiken einer Berufs- und Erwerbsunfähigkeit zu minimieren, muss jeder Beschäftigte, der die Familienpflegezeit in Anspruch nimmt, zu diesem Zeitpunkt eine Versicherung abschließen, die mit dem letzten Tag der Lohnrückzahlungsphase wieder beendet ist. (uko)

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