Ab 1. Mai gibt es eine Neuregelung für ausländische Pflegekräfte

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Rund 50.000 pflegebedürftige Bundesbürger werden derzeit zu Hause legal in Vollzeit von ausländischen Pflegekräften betreut - hinzu kommen rund 100.000 "Schwarzarbeiterinnen", vor allem aus dem osteuropäischen Raum.

Die Pflege kranker und hilfsbedürftiger Angehöriger wird in den kommenden Jahrzehnten aufgrund des demografischen Wandels für immer mehr Bundesbürger zum Alltag gehören.

Viele können und wollen diese aufreibende Aufgabe nicht leisten und stellen deshalb eine Pflegekraft ein. Schätzungen zufolge werden rund 50.000 Menschen derzeit zu Hause legal in Vollzeit von ausländischen Pflegekräften betreut, dazu kommen rund 100.000 "Schwarzarbeiterinnen" - vor allem aus Osteuropa. Der Grund für diese hohe Quote: Momentan dürfen diese qualifizierten Kräfte keinen direkten Arbeitsvertrag mit dem Pflegebedürftigen oder dessen Angehörigen schließen.

Neue Arbeitnehmerfreizügigkeit

Viele ausländische Pflegekräfte machen das, wofür sich kaum eine bezahlbare Deutsche findet: Sie sind rund um die Uhr für die pflegebedürftigen Menschen da.

Ab 1. Mai 2011 soll sich das durch die Einführung der neuen Arbeitnehmerfreizügigkeit ändern. Pflegekräfte aus den neuen EU-Ländern können dann direkte Arbeitsverträge mit den Pflegebedürftigen oder ihren Familien vereinbaren, die Notwendigkeit einer gesonderten Arbeitsgenehmigung entfällt. Das neue Gesetz gilt für Staatsangehörige aus Estland, Lettland, Litauen, Polen, Ungarn, Tschechien, der Slowakei und Slowenien. Für Rumänien und Bulgarien gilt die Regelung erst ab 2014. Neuer Ansprechpartner in Zulassungsfragen ist die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) in Bonn. Unter www.zav.de gibt es alle weiteren Informationen zum Thema.

Rechtzeitig vorsorgen

Unabhängig davon, ob ein Pflegebedürftiger zu Hause von den Angehörigen beziehungsweise einer Pflegekraft oder im Heim betreut wird: Von der gesetzlichen Pflegeversicherung wird stets nur ein Teil der Pflegekosten getragen, der Rest muss über die Rente und das Vermögen des zu Pflegenden erbracht werden. Die persönlichen Ressourcen sind dann oft schnell verbraucht. Danach müssen die Kinder für ihre Eltern aufkommen. Susanne Besold von den Ergo Direkt Versicherungen: "Mit dem rechtzeitigen Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung kann das finanzielle Risiko der Pflege für die Familie erheblich gemindert werden." Beim Fürther Direktversicherer gibt es beispielsweise den Tarif "Pflege-Premium", der alle drei Pflegestufen absichert. (djd)

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