Prävention und moderne Therapien

Rückenleiden sind längst zur Volkskrankheit Nummer eins geworden. Aktuell dürfte statistisch gesehen etwa jeder dritte Deutsche Kreuzbeschwerden haben, etwa 70 Prozent sind davon mindestens einmal im Jahr betroffen.

Bewegungsmangel, Fehlhaltungen, Übergewicht, psychische Probleme und Stress belasten den Rücken, der mit Verspannungen und Schmerzen reagiert. Gefragt sind eine aktive Prävention und sinnvolle Therapien.

Bei bestimmten Schmerzen sofort einen Arzt konsultieren

„In der Regel klingen Rückenschmerzen nach kurzer Zeit, spätestens nach wenigen Wochen wieder ab“, betont Professor Dr. med. Ulf R. Liljenqvist. Rückenschmerzen, die länger als sechs Wochen bestünden, sollten vom Arzt abgeklärt werden. „Bei Schmerzen, die ins Bein ausstrahlen, sollte umgehend der Arzt konsultiert werden“, rät der Orthopäde und Unfallchirurg. Bei Taubheitsgefühlen oder Lähmungen in den Beinen oder Störungen der Blasen- oder Mastdarmfunktion sollte sogar unverzüglich ein Krankenhaus mit wirbelsäulenchirurgischer Kompetenz aufgesucht werden.

Bewegen, aber richtig

In der akuten Phase des Rückenschmerzes sollte man, so die Empfehlung von Professor Liljenqvist, sportliche oder andere belastende Tätigkeiten unterlassen. Es sei aber auch richtig, dass man in Bewegung bleiben und sich nicht ins Bett legen sollte. Ist der erste akute Schmerz abgeklungen, können erste vorsichtige sportliche Betätigungen aufgenommen werden. „Grundsätzlich gelten Ausdauersportarten wie Schwimmen, Laufen oder Radfahren als rückenschonend und sogenannte Stop-and-go-Sportarten, wie Tennis, Squash, und Kontaktsportarten, wie etwa Fußball, Handball, Basketball, als wirbelsäulenbelastend“, sagt Liljenqvist.

Für den Personal Trainer Dr. Sven A. Clausen ist gezieltes Krafttraining die beste Trainingsform für den Rücken. Wer trotz sportlicher Aktivitäten Probleme mit dem Kreuz habe, sollte nach Ansicht von Dr. Clausen Lauftechnik, Schuhwerk und Fitnessübungen am besten durch einen geschulten Trainer überprüfen lassen.

Sinnvoll vorbeugen

Durch Prävention ist es möglich, Beschwerden mit dem Rücken erst gar nicht aufkommen zu lassen. Die meisten Rückenleiden entstehen beispielsweise durch zu langes Sitzen vor dem PC, häufig sind Stühle und auch Tische unter ergonomischen Aspekten nicht optimal ausgewählt.

Volker Hack, ebenfalls Personal-Trainer, empfiehlt beispielsweise, mehrmals täglich die Sitzposition zu ändern, oder, wenn man ein Headset oder Mobiltelefon habe, während eines Telefonates aufzustehen und sich zu bewegen. „Es hilft auch, wenn man an seinem Arbeitsplatz einen Zettel anbringt, der einen mehrmals täglich daran erinnert, dass man sich aufrichten und eine gerade Haltung einnehmen soll“, nennt Hack einen kleinen, aber wirkungsvollen Trick. (djd/pt)

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