Irrglaube

Probiotika für einen gesunden Darm? Für wen das sogar gefährlich werden kann

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Viele nehmen zu Antibiotika ein sogenanntes Probiotikum: Eine gute Idee?

Sie sollen unserem Magen-Darm-Trakt gut tun und vor allem nach Antibiotika-Anwendung Wunder wirken: Probiotika. Doch so hilfreich sind die Mittel nicht immer.

Antibiotika schlägt auf den Magen - diese Erfahrung hat wohl so manch ein Patient bereits gemacht. Apotheken und auch Drogerien haben eine Antwort auf Magen-Darm-Beschwerden: Probiotika. Die Zubereitungen in Form von Kapseln oder löslichem Pulver enthalten lebensfähige Mikroorganismen wie zum Beispiel Milchsäurebakterien und Hefen, die eine positive Wirkung auf die Darmflora haben sollen.

Probiotika für eine gute Darmflora? Studienlage ernüchtert

Doch nicht immer halten Probiotika, was sie versprechen. Für Risikogruppen seien die Präparate sogar gefährlich, wie die Deutsche Apotheker Zeitung berichtete. So hätten Probiotika, die bei Kindern mit antibiotikabedingtem Durchfall eingesetzt wurden, zwar gute Wirksamkeit bewiesen, doch bei immungeschwächten Kindern wurden schwere Nebenwirkungen beobachtet, wie eine Cochrane-Veröffentlichung zeigte .

Mehr zum Thema: Reizdarmsyndrom: So sagen Sie Magen- und Darmproblemen den Kampf an.

Eine andere Studie, die sich mit dem Einfluss von Probiotika nach einer Antibiotika-Therapie bei Erwachsenen beschäftigte, kam ebenfalls zu einem ernüchternden Ergebnis. Sie testeten an drei Teilnehmer-Gruppen, wie sich die Einnahme von Probiotika auswirkte. Eine Gruppe nahm Probiotika nach einer Antibiotika-Kur, eine weitere nahm nichts ein und einer dritten Gruppe wurden durch eine Sonde Darmbakterien verabreicht. Die Probiotika konnten zwar den Darm besiedeln, doch über Monate hinweg erreichte der Darm der Probanden nicht denselben Zustand wie vor der Antibiotika-Einnahme. Bei denjenigen, die nichts eingenommen hatten, erholte sich die Darmflora dagegen schneller und am besten schnitt die dritte Gruppe ab. Hier erholte sich der Darm innerhalb weniger Tage.

Hier geht's zur Studie

Ihre Meinung ist gefragt

Lesen Sie auch: Verdauung in Ordnung bringen: Vier Schritte für eine gesündere Darmflora.

jg

Verdacht auf  Nahrungsmittelunverträglichkeit? 

Gluten, Histamin, Fructose, Lactose: Bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten ist es nicht ganz leicht, den richtigen Auslöser zu finden. Fotos: dpa-tmn Foto: dpa-tmn
Gluten, Histamin, Fructose, Lactose: Bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten ist es nicht ganz leicht, den richtigen Auslöser zu finden.  © dpa-tmn
Wer kein Histamin verträgt, bekommt nach dem Verzehr von Tomaten mitunter Beschwerden. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert
Wer kein Histamin verträgt, bekommt nach dem Verzehr von Tomaten mitunter Beschwerden.  © Klaus-Dietmar Gabbert
Bei Zöliakie führt der Verzehr von in Getreide enthaltenem Gluten zu Entzündungen im Dünndarm. Foto: Andrea Warnecke
Bei Zöliakie führt der Verzehr von in Getreide enthaltenem Gluten zu Entzündungen im Dünndarm. © Andrea Warnecke
Wer Fructose nicht verträgt, dem ist es nicht unbedingt komplett verboten, Obst zu essen. Foto: Florian Schuh
Wer Fructose nicht verträgt, dem ist es nicht unbedingt komplett verboten, Obst zu essen.  © Florian Schuh
Die Milch macht's nicht immer - manche Menschen vertragen keinen Michzucker. Foto: Franziska Gabbert
Die Milch macht's nicht immer - manche Menschen vertragen keinen Michzucker.  © Franziska Gabbert
Blähungen, Durchfall, Bauchschmerzen: Wenn nach dem Essen regelmäßig Probleme auftauchen, ist schnell eine Nahrungsmittelunverträglichkeit unter Verdacht. Gewissheit verschaffen Tests beim Facharzt. Foto: Monique Wüstenhagen
Blähungen, Durchfall, Bauchschmerzen: Wenn nach dem Essen regelmäßig Probleme auftauchen, ist schnell eine Nahrungsmittelunverträglichkeit unter Verdacht. Gewissheit verschaffen Tests beim Facharzt.  © Monique Wüstenhagen

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