Am Klinikum Kassel kann Lungenkrebs festgestellt, eingestuft und therapiert werden

Probleme mit der Lunge? Ab zum Spezialisten

Man wird seinen Husten nicht recht los, hat etwas morgendlichen Auswurf – vielleicht sogar etwas blutig – und verliert an Gewicht, weil das Essen nicht mehr so recht schmeckt.

Tückisch: keine Beschwerden bei Beginn der Krankheit

Patienten mit Lungenkrebs spüren lange Zeit kaum Beschwerden. Das macht die Krankheit so tückisch. Schmerzen oder Luftnot treten oft erst in der Spätphase der Erkrankung auf, wenn bereits Metastasen in der Brusthöhle oder in den Knochen sind. „Ich höre immer wieder, dass gerade die gefährdeten Raucher der Meinung sind, sie würden schon etwas spüren“, sagt Dr. Sebastian Kellner. Weil der Lunge jedoch die entsprechenden Nervenfasern fehlen, ist das ein Trugschluss. „Über siebzig Prozent aller Patienten kommen zu spät zum Arzt, weswegen im Verdachtsfall eine zeitnahe Behandlung in einem spezialisierten Zentrum anzuraten ist“, sagt Prof. Dr. Adrian Gillissen, Direktor der Klinik für Lungen- und Bronchialmedizin am Klinikum Kassel.

„Grundsätzlich gilt, dass nur Frühstadien der Erkrankung eine Chance auf Heilung haben. Es ist aber auch wichtig zu wissen, dass der Krebs immer irgendwie behandelt werden kann, und wenn es nur darum geht, die Schmerzen zu stillen oder die Bronchien offen zu halten“, erläutert Prof. Dr. Gillissen.

Verschiedene Analysen

Am Klinikum Kassel stehen moderne diagnostische Verfahren zur Verfügung, um den Krebs festzustellen und genau einzustufen. Dazu zählen die Bronchoskopie (Luftröhrenspiegelung), die Sonographie (Ultraschall), die Lungenfunktionsprüfung, die Computertomographie und – einmalig in der Region – das PET/CT.

Bösartige Lungentumoren werden in zwei Gruppen eingeteilt: kleinzellige und nicht-kleinzellige Lungenkarzinome. Kleinzellige Karzinome wachsen schnell und haben so gut wie immer zum Zeitpunkt der Diagnosestellung schon metastasiert. Sie sprechen auf eine Chemotherapie relativ gut an. Eine Heilung, auch durch Operation, ist nicht möglich. Der nicht-kleinzellige Krebs, der weniger aggressiv ist, wird möglichst operativ entfernt.

„Wenn sich Symptome wie Husten und vermehrter Auswurf zeigen, sollte man frühzeitig zum Arzt gehen.“

Dr. Sebastian Kellner, Direktor der Thoraxchirurgie am Klinikum Kassel

Um die weitere Behandlung eines Lungenkrebspatienten nahtlos anzuschließen, arbeiten im Klinikum Kassel die Spezialisten der Lungen- und Bronchialmedizin eng mit den Thoraxchirurgen, den Onkologen und den Strahlentherapeuten zusammen. Die Therapie ist vielschichtig und besteht je nach Tumortyp aus einer Operation, einer Chemo- oder Strahlentherapie. Manchmal werden diese Verfahren auch kombiniert, um die Chancen des Patienten zu verbessern.

„Der Therapieerfolg ist sehr vom Tumortyp und seiner Ausbreitung abhängig“, sagt Prof. Dr. Gillissen. Kann der Tumor operiert werden, ergeben sich daraus die besten Heilungschancen. Die Operation zur Heilung ist jedoch nur in Frühstadien der Krebserkrankung möglich.

Thoraxchirurg Dr. Sebastian Kellner hat eine neue Operationsmethode am Klinikum Kassel etabliert: die minimalinvasive, endoskopische Entfernung einzelner Lungenlappen. „Dies ist im Frühstadium eines Lungenkrebses das schonendste Operationsverfahren“, so Dr. Kellner.

Und wenn kein ganzer Lungenlappen entfernt werden muss oder dieser bei zu schlechter Lungenfunktion des Patienten nicht entfernt werden kann, kommt der neue Lungen-Laser des Klinikums zum Einsatz.

„Das Rauchen ist und bleibt der Risikofaktor Nummer eins. Die besten Früherkennungsprogramme oder Therapieschemata können daher nie so effektiv sein, wie das Rauchen aufzugeben und den Kontakt mit gefährlichen Stoffen wie beispielsweise Asbest zu vermeiden“, sagt Prof. Dr. Adrian Gillissen. (nh)

†  Weitere Informationen zum Thema Lunge und Untersuchungen mit PET/CT finden Sie Auf Seite 21.

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