Psychosomatische Tagesklinik im Klinikum Kassel

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Psychosomatische Tagesklinik im Klinikum Kassel

Die psychosomatische Klinik im Klinikum macht als einzige in Nordhessen auch ein tagesklinisches Therapieangebot. Mit Genehmigung des Hessischen Sozialministeriums konnte die Zahl der Tagesklinikplätze jetzt von 15 auf 30 verdoppelt werden.

Das Angebot der psychosomatischen Tagesklinik richtet sich an Menschen, bei denen körperliche (somatische) Störungen mit psychischen (seelischen) Belastungen in Zusammenhang stehen und sich gegenseitig verstärken. Sieben neue Fachkräfte verstärken das Team. Die psychosomatische Tagesklinik im Klinikum wurde Anfang des Jahres 2006 eröffnet. Einige Monate später kam die psychosomatische Station hinzu, beide zusammen bilden die Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Die Nachfrage nach Plätzen in der Tagesklinik sei seitdem deutlich gestiegen, so Klinikum-Geschäftsführer Dr. Gerhard M. Sontheimer. „Zuletzt mussten die Patienten manchmal bis zu einem halben Jahr auf einen Platz in der Tagesklinik warten.“Schwerpunkte der Tagesklinik sind nach den Worten von Dr. Annette Eisenmann, Oberärztin der Tagesklinik, die Behandlung von Patienten, bei denen Angst, Depressionen oder Zwänge mit körperlichen Beschwerden verbunden sind. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Behandlung von Patienten mit somatoformen Störungen, bei denen körperliche Schmerzen und Beschwerden nicht ausschließlich auf organischen Befunden zurückzuführen sind. Wegen der Nähe zu den anderen Kliniken des Klinikums können bei Bedarf kurzfristig andere Disziplinen hinzuzogen werden, beispielsweise die Neurologie, Gastroenterologie oder Dermatologie. Die Tagesklinik ist jetzt in zwei Gruppen mit jeweils 15 Patienten unterteilt, die jeweils einen eigenen Raum für das Ankommen und das Essen haben. Der Tag in der psychosomatischen Tagesklinik beginnt mit Bewegungs- oder Entspannungstherapie in Kleingruppen. So werden die Patienten gleich mit sich selbst konfrontiert und kommen in einen aktiven Zustand. Beim zweiten Frühstück steht dann der emotionale Austausch in der vertrauten Gruppe von 15 Patienten im Vordergrund. Danach folgen die täglich stattfindenden festen Kerngruppen, in denen Gruppenpsychotherapie und Ergo- oder Kunsttherapie und Bewegungs- oder Musiktherapie alternieren. „Menschen bekommen auf unterschiedliche Weise Zugang zu sich selbst“, so Dr. Eisenmann. „Für manche ist das Einsicht vermittelnde Gespräch am wichtigsten, für andere kann das Erleben in der Bewegung den Anstoß geben, sich selbst neu zu empfinden.“ Nach dem gemeinsamen Mittagessen und einer kurzen Ruhepause teilen sich die vorher festen Gruppen auf, es gibt gestaltende Angebote wie das Atelier und jetzt neu Musiktherapie, außerdem Tanz, Rückenschule, eine Stabilisierungsgruppe, Lauftherapie und anderes. Nicht zu vergessen sind die Einzelgespräche: Jeder Patient hat Anrecht auf zwei ausführliche Einzelgespräche pro Woche bei einem Arzt oder Psychologen, in denen auch Dinge zur Sprache kommen können, über die zu sprechen es in Gruppen schwierig ist. Hinzu kommen die Einzelgespräche mit der pflegerischen Bezugsperson. Abends kehren die Patientinnen und Patienten nach Hause zurück, wo sie sich mit ihrem gewohnten Alltag auseinandersetzen. Dr. Eisenmann: „Sie leben also während des Aufenthaltes in der Tagesklinik nicht unter einer Glocke, sondern in ihren üblichen Lebensbezügen. Sie können also gleich erproben, ob das, was sie in der Tagesklinik neu erfahren haben, sich auch in ihrem Alltag bewährt.“ (nh)

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