Wer rastet, der rostet

Wer rastet, der rostet – dieses Sprichwort gilt auch für unsere Gelenke. Wenn wir sie nicht bewegen, werden sie mit der Zeit schwergängig oder versteifen sogar ganz.

Besonders alte Menschen sind häufig davon betroffen. Rheuma, Gelenkentzündungen, Nervenschädigungen oder andere altersbedingte Erkrankungen binden sie in vielen Fällen über lange Zeit ans Bett. Sie können sich kaum bewegen, ihre Gliedmaßen sind verkrampft oder nehmen eine unnatürliche Stellung an. So verharren die Gelenke immer in der gleichen Position. Kontrakturen können die Folge sein.

Nichts geht – weder beugen noch strecken

Wie erkennt der Laie, ob tatsächlich eine Kontraktur vorliegt? Sigrid Junge, Pflegereferentin der AWO Nordhessen, dazu: „Im Rahmen unseres Qualitätsmanagements führen wir in unseren Altenpflegeeinrichtungen gezielt Kontrakturprophylaxe durch. Gerne geben wir pflegenden Angehörigen praktische Tipps und Ratschläge zur Erkennung und Vorbeugung.“ Nach ihrer Information sind wichtige Indikatoren Schmerzen bei Bewegung sowie steifes Verharren des Gelenks in einer Stellung. Versucht man, ein gebeugtes Gelenk zu strecken oder umgekehrt ein gestrecktes Gelenk zu beugen, kann dies erhebliche Schmerzen verursachen oder ganz unmöglich sein. Manche Menschen empfinden die Bewegung auch als „unrund“ oder unharmonisch.

Wie oft im Leben, gibt es auch im Falle der Kontraktur Mittel und Wege. Einige einfache Übungen sind dazu geeignet, Kontrakturen entgegenzuwirken. Beugen und Strecken der Füße, Beine, Arme und Hände mobilisiert die Gelenke. Auch das Kreisen der Füße und Hände ist eine gute Übung.

Ist ein pflegebedürftiger Mensch nicht in der Lage, diese Bewegungen selbstständig auszuführen, kann die pflegende Person die Gliedmaßen bewegen. „Täglich und vorsichtig üben, die Gelenke dabei mit beiden Händen unterstützen und nicht gegen Widerstand bewegen. Bei Schmerzen sofort aufhören“, lautet die goldene Regel der AWO-Expertin, Sigrid Junge.

Menschen, die nur liegen können, kann man im Bett im „aufrechten Stand“ positionieren, Dabei richtet man sie so aus, als würden sie aufrecht stehen. Menschen, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, sollte man regelmäßig aufrecht hinstellen.

Unterstützung pflegender Angehöriger

Die AWO Nordhessen sieht sich als Partner pflegender Angehöriger. Ihre praktischen Erfahrungen aus Jahrzehnten der Altenhilfe gibt sie pflegenden Angehörigen gerne weiter. „Wir möchten Menschen, die zuhause einen Angehörigen pflegen, unterstützen und zur Seite stehen. Die Mitarbeiter unserer telefonischen Pflegeberatung halten zahlreiche Tipps und Ratschläge zu vielen Themen der Pflege und Betreuung für sie bereit“, sagt Sigrid Junge. Ein gleichsam wertvoller wie einfacher Tipp bezieht sich auf die Bettdecke: Sie sollte nicht zu schwer sein, denn zu großes Gewicht der Bettdecke drückt die Füße des Pflegebedürftigen zu sehr in eine gestreckte Position. Deshalb ist eine leichte Bettdecke besser.

Die telefonische Pflegeberatung der AWO berät unter:
Tel. 0800/60701 10.

www.awo-pflegeberatung.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.