Rauchen verändert unser Erbgut

Heidelberg - Dass Rauchen ungesund ist, ist allgemein bekannt. Tabakkonsum verändert aber außerdem das Erbgut und fördert so offenbar Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Ein Vergleich von Rauchern und Nichtrauchern zeigt, dass ein an der Blutgerinnung beteiligtes Gen bei Tabakkonsumenten viel seltener aktiv ist. Die Forscher des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) durchforsteten das Erbgut von zunächst 177 Rauchern, Exrauchern und Nichtrauchern. Dabei achteten sie besonders auf Methylgruppen an der Erbsubstanz. Diese sogenannte Methylmarkierung verhindert, dass ein Gen abgelesen wird. Die Wissenschaftler vermuteten, dass Giftstoffe im Tabakrauch die Genmarkierungen verändern und so bestimmte Erkrankungen begünstigen.

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Tatsächlich ist bei Rauchern ein Abschnitt im Gen F2RL3 deutlich weniger markiert als bei Nichtrauchern. Die Erbanlage spielt bei der Blutgerinnung eine Rolle, wirkt auf die Wände der Blutgefäße und ist an Entzündungen beteiligt. Ihr Ergebnis bestätigten die Forscher in einer Folgestudie an weiteren 316 Rauchern und Nichtrauchern, wie sie im “American Journal of Human Genetics“ berichten.

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“Erstaunlicherweise ist F2RL3 noch nie im Zusammenhang mit Rauchen oder Tabak-bedingten Gesundheitsschäden beschrieben worden“, sagt Autor Lutz Breitling. “Angesichts der bereits bekannten Funktionen dieses Gens ist es gut möglich, dass die schwächere Methylierung einen ersten Schritt bei der Entstehung tabakbedingter Herz-Kreislaufkrankungen darstellt.“

dpa

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