Raynaud-Syndrom: Wenn Finger und Zehen weiß werden

Typisches Bild: Beim Raynaud-Syndrom kommt es bei Kälte zu Verkrampfungen der Gefäße und dadurch zu Durchblutungsstörungen. Foto:  dpa

Bei Temperaturen unter fünf Grad plus habe ich Probleme mit kalten Händen. Die beiden ersten Gliedmaßen der Finger sind oft weiß und auch blau. Das dauert je nach der Außentemperatur manchmal bis zu einer Stunde.

Zwei Fingernägel waren bis zur Hälfte hohl. Was kann das sein, und gibt es auch Medikamente (ich hatte vor ein paar Jahren einen Herzinfarkt), die solche Beschwerden verursachen können?

Diese Frage von Gustav Z. aus Kassel beantwortet Prof. Dr. Martin Konermann, Ärztlicher Direktor des Marienkrankenhauses Kassel.

Martin Konermann

Die beschriebenen Symptome deuten eher auf eine Gefäßerkrankung hin, so der Arzt für Innere Medizin und auch Angiologie (Gefäßerkrankungen). Dabei könnte es sich zum Beispiel um Morbus Raynaud handeln. Eine Erkrankung, bei der es bei Kälte zu Verkrampfungen der kleinen Gefäße meist in den Händen und Füßen, aber auch in den Ohren oder der Nase kommt. Auch psychische Belastungen können ein Auslöser sein. Dabei kommt es durch die Minderdurchblutung in den betroffenen Körperteilen zu blasser weißer Haut und mitunter auch zu Gefühllosigkeit und Schmerzen. In der zweiten Phase färben sich diese Bereiche oft blau, um in der dritten Phase durch vermehrte Durchblutung zu kribbeln und zu klopfen.

Im Normalfall ist diese Erkrankung, die übrigens häufiger bei Frauen vorkommt, harmlos.

Betroffene sollten die Hände zum Beispiel durch das Tragen von Handschuhen warmhalten. Laut Prof. Konermann kann auch das Auftragen einer gefäßerweiternden Salbe, die Nitroglycerin enthält, helfen.

Weitaus seltener tritt die Kälteagglutinin-Erkrankung auf. Hierbei kommt es - einfach ausgedrückt - infolge der Kälte - zu Verklumpungen von Bluteiweißen. Hierbei kann es sogar zum Absterben von Gliedmaßen kommen. Solche Symptome sollten deshalb möglichst von einem Angiologen beispielsweise mithilfe spezieller Laboruntersuchungen abgeklärt werden und gegebenenfalls behandelt werden, rät Prof. Konermann.

Unter Umständen können auch bestimmte Beta-Blocker solche Beschwerden verursachen, so Konermann, der auch Kardiologe ist. (hei)

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