Reisen mit Kind: Spielekonsolen und Bücher fördern Übelkeit

Die Koffer sind gepackt, die Kinder auf den Rücksitzen angeschnallt, los geht die Reise in den Familienurlaub. Doch auch wenn der Tacho gerade erst hundert Kilometer Reisestrecke anzeigt, ist dem ersten kleinen Passagier oft schon übel.

"Das Gleichgewichtsorgan von Kindern ist sehr sensibel und bei Autofahrten schnell überfordert", sagt Thomas Assmann vom Deutschen Hausärzteverband.

"Das Gleichgewichtsorgan im Innenohr registriert jede Bewegung", erklärt der niedergelassene Arzt aus Lindlar. Doch wenn der Blick gleichzeitig starr auf ein Buch oder eine Spielekonsole gerichtet ist, stimmt das optische Bezugssystem nicht mit der Wahrnehmung des Gleichgewichtsorgans zusammen und das Gehirn registriert: Hier stimmt was nicht. "Auch viele Erwachsene kennen das Phänomen, das konzentriertes Lesen während Autofahrten eher negative Auswirkungen auf das Wohlbefinden hat", sagt Assmann.

Besonders bei Spielekonsolen sei schnell eine Überforderung der Sinne erreicht: "In diesen Computerspielen laufen ja noch mal andere Bewegungen, die noch zusätzlich auf das Kind einwirken." Assmann empfiehlt deshalb, Bücher und Spielekonsolen im Kofferraum zu verstauen und den Kindern andere Beschäftigungen während der Autofahrt zu ermöglichen, zum Beispiel Fantasiespiele zu spielen oder Kassetten oder CDs mit Geschichten anzuhören. "Manchen Kindern hilft es auch, sich auf einen festen Punkt zu konzentrieren, zum Beispiel nach vorne aus dem Fenster zu schauen", ergänzt der Mediziner.

Außerdem sollt man vor einer langen Autofahrt keine schweren Mahlzeiten zu sich nehmen und regelmäßig Pausen machen: "Die Kinder sollten alle ein bis zwei Stunden Gelegenheit bekommen, sich die Beine zu vertreten und eine kleine Zwischenmahlzeit einzunehmen." In schweren Fällen könne der Kinder- oder Hausarzt auch vor der Urlaubsreise ein leichtes Mittel gegen Übelkeit verschreiben. (dapd)

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