Kompetenzzentrum für Clusterkopfschmerz

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Feierliche Übergabe der Plakette: Dr. Harald Müller (von links), Dr. Andreas Böger, Michael Gribner und Jakob C. Terhaag.

Das Kopfschmerzzentrum Nordhessen am RKH Kassel wurde mit der offiziellen Plakette des Bundesverbandes der Clusterkopfschmerz-Selbsthilfe-Gruppen (CSG e. V.) zertifiziert

Nach der Eröffnung des Kopfschmerzzentrums im Mai dieses Jahres, in dem Kopfschmerzpatienten aller Art von einem erfahrenen Team interdisziplinär untersucht und therapiert werden, ist das Zentrum nun auch CCC. Damit wird garantiert, dass Clusterkopfschmerzpatienten optimal versorgt werden.

Seit Samstag, 15. Dezember, ist das Kopfschmerzzentrum Nordhessen auch Clusterkopfschmerz-Competence-Center. „Die CSG stellt für diese Auszeichnung klare Anforderungen, die wir erfüllen konnten. Wir freuen uns sehr über die Zertifizierung, unser Kopfschmerzzentrum wird dadurch weiter gestärkt“, erläutert Dr. med. Andreas Böger, Leiter des Kopfschmerzzentrums Nordhessen und Chefarzt der Klinik für Schmerztherapie am RKH. Insgesamt gibt es deutschlandweit nur sieben zertifizierte Clusterkopfschmerz-Zentren. CSG-Präsident Dr. Harald Müller überreichte Chefarzt Böger im Rahmen einer Feierstunde die Plakette, das Kopfschmerzzentrum Nordhessen darf sich nun offiziell Clusterkopfschmerz-Competenz-Centrum der CSG e. V. nennen.

Dass hilfesuchende Clusterkopfschmerz-Patienten im Kopfschmerzzentrum Nordhessen an der richtigen Adresse sind, belegt das abgeschlossene und vor allem erfolgreiche Durchlaufen des Zertifizierungsprozesses. Ein speziell auf das Krankheitsbild „Clusterkopfschmerz“ zugeschnittener Anforderungskatalog war zur Anerkennung als Kompetenzzentrum nötig. So wird sichergestellt, dass die von dieser Krankheit Betroffenen jetzt auch in Kassel eine optimale und kompetente Versorgung erhalten. Immerhin geht man von zirka 150 000 Cluster-Kopfschmerzpatienten in der Bundesrepublik Deutschland aus. Das bedeutet, dass im Großraum Nordhessen fast 1000 Betroffene leben. „Wir bieten Patienten einen zeitlich nahe liegenden Termin an, bei dem alle wichtigen Untersuchungen noch am selben Tag erledigt werden. So bleiben den Betroffenen anstrengende mehrmalige Anreisen erspart. Bei der Therapie orientieren wir uns einerseits an den ärztlichen Leitlinien, andererseits beziehen wir auch neueste Forschungsergebnisse mit ein und informieren über Verfahren wie die SPG- und die Vagusnervstimulation. Zudem arbeiten wir eng mit der CSG e. V. zusammen; ist die Diagnose gestellt, empfehlen wir Betroffenen den Beitritt zur Selbsthilfeorganisation“ erläutert Böger. „Durch die enge Verzahnung des Kompetenzzentrums mit der CSG e. V. sind wir in der Lage, unsere Arbeit wechselseitig zu optimieren. Davon profitiert am Ende natürlich der Clusterkopfschmerz-Patient.“

Kopfschmerz - hinter diesem Begriff steht oft viel mehr als bloße Katerstimmung oder die so häufig salopp erwähnte abendliche Migräne. Wer unter einer Kopfschmerzerkrankung leidet, zeigt häufig auch ein sich aus mehreren Faktoren zusammensetzendes komplexes Krankheitsbild. Die Schmerzen sind in der Regel kaum zu ertragen und beeinträchtigen das Leben der Betroffenen erheblich. Die sich oft ähnelnden Beschwerden richtig zu deuten, ist selbst für Experten keine leichte Aufgabe. Dr. Böger erläutert: „Es gibt 200 verschiedene Kopfschmerzarten, dazu zählen die Migräne, der Schmerzmittelkopfschmerz oder eben der Clusterkopfschmerz.“ Wer unter Clusterkopfschmerz leidet, den überkommen gehäufte und extrem schmerzintensive einseitige Attacken im Bereich der Schläfen und Augen. Die Schmerzen sind derart heftig, dass man auch von Suicide-Headache, also von Selbstmordkopfschmerz spricht. (ahe)

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