Gesunder Lebensstil als Krebsprävention

Dass eine ausgewogene Ernährung und regelmäßiger Sport den Körper fit und gesund halten, ist schon lange bekannt. Was viele Menschen aber nicht wissen: Der Lebensstil wirkt sich in großem Maße auf die Entstehung schwerer Erkrankungen wie beispielsweise Krebs aus.

Je nach Tumorart kann das Erkrankungsrisiko durch regelmäßigen Sport und eine gesunde Ernährung bis zu 30 Prozent reduziert werden, erklärt das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Doch wie sieht das richtige Ernährungs- und Sportprogramm überhaupt aus? Und welchen Einfluss hat die Ernährung außerdem auf unsere Gesundheit?

„Nach heutigem Wissenstand sind 75 Prozent aller in den westlichen Industriestaaten behandelten Erkrankungen primär ernährungs- und lebensstilinduziert“, erklärt Prof. Christian Löser, Chefarzt der Medizinischen Klinik am Roten Kreuz Krankenhaus Kassel.

So seien 60 Prozent der Bundesbürger übergewichtig oder adipös (stark übergewichtig), sagt der Experte weiter. „Die Folgen des schweren Übergewichts, der Adipositas, sind bekannte Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen, Herzerkrankungen, Schlaganfälle, aber auch Karzinome, also Krebs“, erläutert Prof. Löser.

„Dickdarmkrebs gilt als eine typische Wohlstandserkrankung, die durch eine gesunde Ernährung und ausreichend körperlicher Aktivität in gut 75 Prozent der Fälle vermeidbar wäre“, sagt der Ernährungsexperte.

Sport und gesunde Ernährung als Krankheitsvorsorge

Laut Deutschem Krebsforschungszentrum beugt eine bewusste Ernährung Übergewicht vor und mindert dadurch unter anderem das Risiko an Brustkrebs oder Dickdarmkrebs zu erkranken. So geht das Deutsche Krebsforschungszentrum davon aus, dass sich in Europa rund 14 Prozent aller Krebsfälle bei Männern und 16 Prozent bei Frauen auf körperliche Inaktivität zurückführen lassen.2 Doch welcher Zusammenhang besteht genau zwischen körperlicher Aktivität und der Entstehung von Krebs? Regelmäßiges Training beeinflusst auf positive Weise biologische Vorgänge im Körper, die an der Krebsentstehung beteiligt sind: den Insulinspiegel, die Konzentration verschiedener Hormone, Botenstoffe im Blut sowie chronische Entzündungsreaktionen im Fettgewebe.

Gesunder Lebensstil: einfacher als gedacht

Wer aktiv etwas für seine Gesundheit tun möchte, muss dabei nicht zum Hochleistungssportler mutieren. So ergab die große amerikanische WHI-Studie (Women`s Health Initiative Cohort), dass bereits 1,5 bis 2,5 Stunden zügiges Gehen pro Woche das Brustkrebsrisiko um 18 Prozent senken kann.

Gleichzeitig verringert regelmäßige Bewegung in vielen Fällen das Risiko einer erneuten Krebserkrankung, weiß Prof. Löser: „Wissenschaftliche Studien belegen, dass bereits eine Stunde tägliches Spazierengehen an der frischen Luft nach einer Brustkrebs- oder Darmerkrankung das Risiko von Tumorneubildungen bis zu 50 Prozent reduzieren kann.“

Menschen, die sich viel bewegen und gesund ernähren, profitieren in jeglicher Hinsicht. Sie stärken Muskeln und Knochen, fühlen sich fit und gehen dynamischer und aktiver durch den Alltag. Ein weiterer positiver Nebeneffekt von regelmäßiger Bewegung: Hierbei werden zahlreiche Glückshormone – die sogenannten Endorphine – ausgeschüttet, die auf ganz natürliche Weise für ein Glücksgefühl sorgen. „Eine ausgewogene Ernährung und Bewegung können oft mehr leisten, als jedes noch so innovative Medikament“, erklärt Prof. Löser.

Ernährungstipps

  • Essen Sie viel Obst und Gemüse
  • Schränken Sie den Fleischverzehr ein
  • Essen Sie viele Ballaststoffe z. B. in Form von Vollkornprodukten
  • Trinken Sie keinen oder nur wenig Alkohol
  • Schränken Sie den Verzehr zuckerhaltiger Getränke und energiedichter Lebensmittel ein
  • Reduzieren Sie tierisches Fett und ersetzen Sie es durch pflanzliche Fette
  • Rauchen Sie nicht
  • Bleiben Sie so schlank wie möglich
  • Bleiben Sie körperlich aktiv

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