Schau mir in die Augen, Kleines: Gene steuern Dauer des Blickkontakts

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Wie lange wir einer anderen Person ins Gesicht blicken, ist auch genetisch bedingt. Britische Forscher haben jetzt ein Gen identifiziert, das dieses Verhalten beeinflusst. Je nach Variante des Gens im Erbgut blickten Testpersonen unterschiedlich lange in ein fröhliches Gesicht.

Der Blickkontakt als Form der wortlosen Kommunikation ist wichtiger Bestandteil des Sozialverhaltens. Menschen mit einer autistischen Störung haben Probleme, auf diesem Weg Emotionen anderer zu empfangen. Daher könnte das jetzt entdeckte genetische Merkmal auch für eine Erklärung und Therapie dieser Verhaltensstörung nützlich sein, so die Wissenschaftler.

"Wir haben erstmals gezeigt, dass unsere Gene einen Einfluss darauf haben, wie intensiv wir in Gesichter blicken", sagt Bhismadev Chakrabarti von der University of Reading. Zusammen mit Simon Baron-Cohen von der University of Cambridge registrierte er die Blickbewegungen von 30 Testpersonen, die Gesichter auf einem Bildschirm betrachteten. Durch DNA-Tests ermittelten sie zudem, welche von vier bekannten Varianten des Gens CNR1 im Erbgut der Probanden vorhanden war.

Dabei ergab sich ein eindeutiger Zusammenhang: Bei den Trägern zweier Genformen war die Blickdauer beim Betrachten eines fröhlichen Gesichts länger als bei den anderen. Dagegen hatte die Genvariante auf das Betrachten von Gesichtern, die Abscheu ausdrückten, keinen Einfluss. Das Gen CNR1 steuert die Produktion eines sogenannten Cannabinoid-Rezeptors, der für die Verarbeitung bestimmter Signale im Gehirn wichtig ist.

Im Einklang damit stehen Ergebnisse früherer Arbeiten der Forscher, wonach dieselben Genvarianten auch die Aktivität einer Hirnregion beeinflussen, die durch visuelle Eindrücke erzeugte Emotionen hervorrufen.

Die Resultate könnten helfen, die Ursache der Kontaktstörung von Autisten zu erklären und neue Therapien zu entwickeln. Denn aus Untersuchungen ist bekannt, dass bei ihnen das CNR1-Gen weniger aktiv ist als bei anderen Menschen. Sie meiden längere Blickkontakte und können daher unter anderem die Signale, die von einem fröhlichen Gesicht ausgehen, nicht verarbeiten. (dapd)

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