Jede Sekunde zählt

Schnelle Reaktion bei Herzinfarkt: Wie auch Sie zum Lebensretter werden

Blutdruck-Messwerte können ein erhöhtes Risiko für Krankheiten wie Herzinfarkt anzeigen.
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Blutdruck-Messwerte können ein erhöhtes Risiko für Krankheiten wie Herzinfarkt anzeigen.

In Deutschland erleiden jedes Jahr 280.000 Menschen einen Herzinfarkt – aber nur die wenigsten wissen, was in solch einer Notsituation zu tun ist.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland die häufigste Todesursache und das obwohl sich die medizinische Versorgung immerzu verbessert. Allein an den Folgen eines Herzinfarkts sterben hierzulande jedes Jahr rund 70.000 Menschen – auch weil sie es nicht mehr rechtzeitig ins Krankenhaus schaffen. Gerade deshalb ist es wichtig, dass Zeugen eines Notfalls direkt Erste Hilfe leisten können, um Schlimmeres abzuwenden. In der Realität sieht es jedoch oft anders aus: Viele Beteiligte wissen nicht, was zu tun ist und verlieren dadurch wertvolle Zeit.

An diesen Symptomen erkennen Sie einen Herzinfarkt

Um zu wissen, ob Beteiligte oder Betroffene es mit einem Herzinfarkt zu tun haben, sollten diese zunächst die Symptome kennen. Dazu gehören

  • massive Engegefühle im Herzbereich,
  • starke Schmerzen im Brustkorb,
  • heftiges Brennen,
  • Übelkeit,
  • Erbrechen,
  • Atemnot oder
  • Schmerzen im Oberbauch.

Jede Sekunde zählt: Darum ist Erste Hilfe bei einem Herzinfarkt so wichtig

Wie wichtig schnelle Hilfe bei einem Herzinfarkt ist, weiß auch der Hamburger Orthopäde Dr. Martin Buchholz. Im Urlaub im südostasiatischen Myanmar spürte er plötzlich einen heftigen Schmerz hinter dem Brustbein und innerhalb von Sekunden reagierte sein Körper mit starker Übelkeit und Erbrechen. Zwar konnte sein Herzinfarkt im Krankenhaus vor Ort rechtzeitig behandelt werden, doch aufgrund der fehlenden Durchblutung des Herzmuskels während des Infarkts entwickelte er eine Herzschwäche.

Bei einer Herzschwäche, auch Herzinsuffizienz genannt, kann das Herz nicht mehr genügend Blut in den Kreislauf pumpen. Erste Anzeichen sind Kurzatmigkeit, Wassereinlagerungen vor allem in den Beinen, Müdigkeit und Schwäche. Viele Betroffene halten diese Symptome für Alterserscheinungen. Dabei handelt es sich um eine ernst zu nehmende Erkrankung, die auch junge Menschen treffen kann.

Nach drei Minuten drohen Gehirnschäden

Dem Hamburger Orthopäden ist besonders die Hilflosigkeit der Beteiligten im Gedächtnis geblieben: "Wenn neben einem Laien plötzlich jemand zusammenbricht, löst dies Panik aus und hindert viele daran, zu helfen." Dabei können sie bei einer Herzdruckmassage nicht viel falsch machen, wie Dr. Buchholz erklärt: "Lieber eine gebrochene Rippe riskieren, als jemanden sterben zu lassen. Die Rippe ist nach drei Monaten wieder fest verheilt."

Wenn der Patient bewusstlos ist oder nicht mehr atmet, zählt jede Sekunde umso mehr. Denn schon nach drei Minuten, in denen das Gehirn nicht mit ausreichend Sauerstoff versorgt wird, drohen bleibende Gehirnschäden.

Herznotfälle: Erste-Hilfe-Kurse geben Ihnen Sicherheit

Seine persönliche Erfahrung hat Dr. Buchholz dazu inspiriert, den gemeinnützigen Verein "Ich kann Leben retten!" zu gründen. Sie vermitteln Teilnehmern nötiges Wissen für Notfallsituationen. Mithilfe von geschulten Schauspielern lernen diese, wie bei einer Herzdruckmassage oder Wiederbelebung vorzugehen ist. Ziel der sogenannten Herzretter-Kurse ist auch, den Teilnehmern das Gefühl zu vermitteln: "Wow, das ist ja alles ganz einfach – ich kann jetzt Leben retten."

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