Schneller fit nach minimal-invasiver Hüft-Operation

Endoprothetik-Experte Prof. Dr. Werner Siebert. Foto: Ickeneumann/nh

Schon seit einigen Jahren kann auch ein künstliches Hüftgelenk mit der „Schlüsselloch-Technik“ eingesetzt werden. Diese minimal-invasive OP-Methode hat neben dem ästhetischen Vorteil einer kleineren Narbe viele weitere Pluspunkte, von denen der Patient profitiert. Er ist relativ schnell schmerzfrei, kann das operierte Bein sofort voll belasten und rascher wieder normal und sicher laufen. Grund für diesen Effekt ist die Muskeln schonende OP-Technik.

Vorteile

Prof. Dr. Werner Siebert, Ärztlicher Direktor der Vitos Orthopädischen Klinik Kassel, erklärt: „Bei der ‚Schlüsselloch-Technik’ setzen wir die Prothese nach einem kleinen Hautschnitt durch natürliche Lücken in den Muskelsträngen ein. Nach der Implantation des künstlichen Gelenks schmiegen sich die lediglich auseinander geschobenen Muskeln wieder aneinander. Die Weichteile müssen nicht wie sonst üblich genäht werden. Das heißt, es gibt neben der Naht von Unterhaut und Haut keine weiteren inneren Nähte, die nach der OP schmerzen und den Heilungsprozess verzögern können.“

Muskeln sind das Problem

Bei der herkömmlichen OP-Technik muss die Oberschenkel- und Gesäßmuskulatur teilweise durchtrennt werden. Diese Muskelverletzungen, die nach dem Einsetzen der Prothese genäht werden müssen, führen zu postoperativen Schmerzen. Patienten können deshalb das Bein erst später voll belasten und sind noch längere Zeit unsicher beim Gehen. Die minimal-invasive OP-Methode ist daher der herkömmlichen überlegen. Voraussetzung ist allerdings, dass Patienten keinen zu muskulösen Körperbau haben. Der Einsatz einer zweiten Hüftprothese (Wechseloperation) lässt sich minimal-invasiv derzeit nur selten durchführen. Hierzu ist mehr Platz erforderlich und es muss oft auch Knochen angelagert werden.

Erfahrung ist wichtig

Zu Beginn der Entwicklung der minimal-invasiven OP-Technik wurden spezielle Kurzschaftprothesen benutzt. Mittlerweile können fast alle auf dem Markt befindlichen Prothesenmodelle auch durchs „Schlüsselloch“ eingesetzt werden. „Für das minimal-invasive Implantieren eines künstlichen Hüftgelenks benötigt der Operateur nicht nur Spezialinstrumente. Wichtig ist, dass er große Erfahrung mit den verschiedenen anatomischen Zugängen hat. Denn letztlich hängt die exakte Positionierung der Prothese von der guten räumlichen Orientierung des Operateurs ab“, erklärt der Endoprothetik-Experte, Prof. Dr. Werner Siebert. (nh)

Von Dr. Gisela Heimbach

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