Optik: Alles eine Frage der Perspektive

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Optische Täuschungen: Sie waren Thema eines Vortrages des Marburger Professors Dr. Norbert Hampp.

Unterhaltsam, spannend und faszinierend waren die Erläuterungen des Marburger Professors Dr. Norbert Hampp, der in einem Vortrag der Bad Wildunger Senioren-Universität das Phänomen der optischen Täuschungen thematisierte und erklärte, warum unser Gehirn gesehenes oft falsch interpretiert.

Der Professor zeigte an Hand von zahlreichen Bildern, dass das Sehen immer wieder ein Vergleich mit Erlerntem ist. Kinder mit noch nicht dominanten Erfahrungen können deshalb optische Täuschungen viel besser erkennen.

Am Beispiel einer Aufnahme des Berliner Einheitsdenkmals konnten die Zuhörer sehen, dass die Wahrnehmung durch die Augen oft eine Frage der Perspektive ist. Hampp erzählte „vom Spaß das Gehirn durch das Auge zu betrügen“, wenn etwa zweidimensionale Fassadenbilder für den Betrachter dreidimensional erscheinen. „Die Welt ist dreidimensional, unser Sehen aber nur 2,5-dimensional.“ Auch Schatten schafften auf Gegenständen für das Auge eine dritte Dimension, die es in Wirklichkeit gar nicht gebe.

Der Referent führte vor, wie Fixierbilder immer wieder zu „freudschen Verdenkern“ führen und bezeichnete den von Psychiatern oft verwendeten Rorschach-Test einen „Mumpitz hoch fünf“, wenn zufällig entstehende Tintenkleckse ohne jede Information vom Gehirn interpretiert werden. Als die häufigste von Menschen wahr genommene optische Täuschung nannte der Marburger Professor die scheinbar variable Größe des Mondes.

Hampp zeigte mit seinen Bildern und Erläuterungen auf, wie leicht wir manipulierbar sind und weshalb optische Täuschungen auch immer wieder auf Verpackungen und in der Werbung als unterschwellige Assoziationen angewandt werden.

Hampps Fazit

„Im Grunde sind optische Täuschungen nicht schlecht, eher hilfreich in der Evolution, denn so sehen wir mehr, als unser Auge wahrnimmt, und unser Gehirn kann Schlüsse ziehen.“

Mitte Januar ist ein Seminar mit Dr. Johannes Becker (Marburg) über das Thema Europäische Union geplant. Im Februar soll es ein weiteres Seminar während eines Seniorentages geben.

Nächster Vortrag am 30. November

Der letzte Vortrag der diesjährigen Senioren-Uni-Reihe findet am Dienstag, 30. November, 14.30 Uhr, in der Wandelhalle statt. Melanie Vogel vom Deutschen Roten Kreuz in Kassel spricht dann über „Freiwilliger Dienst aller Generationen“. (zcm)

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