Das Seniorenheim als neues Zuhause

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Der Umzug in ein Seniorenheim ist für Ältere ein großer Schritt. Um das passende Haus zu finden, sollten sich Senioren mehrere Einrichtungen anschauen.

Jahrzehnte lang lebte man in einer Wohnung oder einem Haus, selbstbestimmt und sich selbst versorgend. Doch für die meisten steht im Alter ab einem bestimmten Punkt der Umzug in ein Seniorenheim bevor.

Das ist ein großer Schritt – bei dem einiges beachtet werden sollte, von einer Hausratversicherung über Vollmachten bis hin zu den Kosten für Unterkunft und Verpflegung.

Mit einem solchen Umzug ist zwar eine Menge Arbeit verbunden. Die sollte man jedoch investieren, rät Cathrin Redlin von der Caritas Altenhilfe. „Vorsorge ist besser als Nachsorge“, sagt sie. „Wenn ich mich rechtzeitig selbst um einen Heimplatz kümmere, dann weiß ich, wo ich hinkomme und was mit mir passiert.“ Man müsse die Entscheidung dann niemand anderem überlassen.

Erneuten Umzug vermeiden

Die Wahl für ein bestimmtes Seniorenheim fällt einem selbst allerdings oft nicht leicht. Man könne den Vertrag zwar jederzeit kündigen, die meisten wollten aber kein zweites Mal umziehen, sagt Ulrike Kempchen, Rechtsanwältin der Bundesinteressenvertretung der Nutzerinnen und Nutzer von Wohn- und Betreuungsangeboten im Alter und bei Behinderung (BIVA).

Daher sollte man sich vorab überlegen, was einem bei dem Heim wichtig ist: Soll es in der Nähe der Kinder oder von Freunden sein? Wie ist die Verkehrsanbindung? Komme ich von dort aus zu den Orten, an denen ich meine Hobbys ausübe? Und wie sieht es im Heim aus: Habe ich ein eigenes Bad? Kann ich dort bleiben, wenn ich pflegebedürftig werde?

Um bei so vielen Fragen den Überblick zu behalten, hilft eine Checkliste. Die gibt es étwa vom Bundesfamilienministerium in der Broschüre „Auf der Suche nach der passenden Wohn- und Betreuungsform – Ein Wegweiser für ältere Menschen“. Sie kann unter www.bmfsfj.de heruntergeladen werden.

Caritasmitarbeiterin Redlin rät zudem, sich vorab mehrere Häuser genauer anzuschauen. „Gut ist auch, in dem Wunschhaus an Veranstaltungen teilzunehmen.“ So lerne man Haus und Mitarbeiter kennen und bekomme ein Gespür für das Miteinander.

Vor dem Einzug in das Wunschheim gibt es mehrere Papiere zum Ausfüllen, wie Redlin erklärt. Dazu gehören neben dem Vertrag ein Anmeldebogen, der die Formalien des Einzugs regelt, ein ärztlicher Fragebogen, der vom Hausarzt ausgefüllt werden muss und auf dem pflegerelevante Diagnosen und die zu verabreichenden Medikamente vermerkt werden, sowie ein Biografiefragebogen. „Darin gibt es Fragen zur Person, etwa, ob man morgens Tee oder Kaffee trinkt, oder was man gerne in der Freizeit macht.“

Notwendigkeit von Versicherungen checken

Mit dem Heim sollte man darüber hinaus Fragen zum Telefon und der Versicherung klären. „Ein Telefonanschluss wird in der Regel über das Haus angeboten, was zur Folge hat, dass man eine neue Nummer bekommt“, sagt Rechtsanwältin Kempchen. „Bei den Versicherungen raten wir meist, die Haftpflicht zu behalten, falls man mal etwas im Haus kaputt macht.“ Die eigene Hausratversicherung kann man kündigen, wenn man keine eigenen Möbel mit ins Heim bringe.

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