Mit Spende zum Lebensretter

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Mit der Urkunde für seine Knochenmarkspende: Der 35-jährige Martin Hirsch aus Allendorf-Eder hat mit seinem Engagement einem Jungen in Amerika geholfen.

Der kleine Cole aus Amerika wird in diesem Jahr zehn Jahre alt. Dass er seinen Geburtstag gesund feiern kann, verdankt Cole seinem „genetischen Zwilling“, dem 35-jährigen Martin Hirsch aus Allendorf-Eder. Dieser war mit seiner Knochenmarkspende maßgeblich an der Heilung des Jungen beteiligt.

Martin Hirsch hat 1998 an einer Typisierung teilgenommen. „Eigentlich bin ich für so etwas gar kein Typ, habe noch nie Blut gespendet – aber ich habe trotzdem mitgemacht“, berichtet Martin. 2001 wurde er erstmalig angeschrieben, weil es eine erste Ergebnisübereinstimmung mit einem Patienten gab.

Bei weiteren Gewebeauswertungen wurde dann aber eine Abweichung bei den Werten festgestellt, wodurch der Allendörfer für eine Knochenmarkspende nicht in Frage kam. „Bei der ersten Typisierung werden nur grob die Gewebemerkmale ermittelt“, erklärt Martin Hisch.

Gebe es hier eine Übereinstimmung, würden weiter Untersuchungen folgen. Nur bei einer 100-prozentigen Übereinstimmung sei die Übertragung von Knochenmark an einen erkrankten Patienten möglich.

Dieser Fall trat 2006 ein: Martin Hirschs Gewebemerkmale stimmten exakt mit denen des damals sechsjährigen Cole überein. Nach etlichen Voruntersuchungen und dem endgültig positiven Befund wurde Martin Hirsch im Mai 2006 Knochenmark entnommen.

Eigentlich bin ich für so etwas gar kein Typ, habe noch nie Blut gespendet – aber ich habe trotzdem mitgemacht. Martin Hirsch über die Typisierung

Derzeit gibt es zwei Möglichkeiten, Knochenmark zu entnehmen (siehe nähere Erläuterung im Artikel unten). Die eine ist die so genannte periphere Entnahme. Martin Hirsch entschied sich für eine andere Variante: Dabei wird das Knochenmark unter Vollnarkose aus dem Beckenkamm entnommen.

„Man ist am Tag danach noch sehr erschöpft und matt, ähnlich einer Operation, wird aber schnell wieder aus dem Krankenhaus entlassen“, erinnert sich der Spender. Wie viel Knochenmark entnommen werden muss, hänge auch vom Empfänger der Spende ab. „Ein kleiner Junge, wie in meinem Fall, benötigt weniger als ein ausgewachsener Mensch“, berichtet der Allendorfer weiter.

Zwei Jahre nach der Spende und Übertragung an einen Patienten werden dem Spender und dem Empfänger die persönlichen Daten des anderen bekannt gegeben, sofern beide damit einverstanden sind. So erfuhr Martin Hirsch schließlich, dass er einem Jungen im weit entfernten Amerika mit seiner Spende das Leben gerettet hat.

Direkten Kontakt hatten die beiden bisher noch nicht. „Das hängt sicher vom Alter des Jungen und der weiten Entfernung bis nach Amerika ab, kann sich aber vielleicht noch mal irgendwann ergeben“, sagt Martin Hirsch.

Er selbst engagiert sich bei Gelegenheit für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei, unter anderem hat er bei einer Typisierung in der Frankenberger Burgwaldkaserne mitgeholfen und persönlich Schecks von Spendern stellvertretend für die DKMS entgegengenommen.

Von Frank Augustin

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