So war’s in der Spinnstube

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Erzählen, singen, schunkeln in geselliger Runde: Beim Erzählcafé des DRK-Seniorenclubs ging es um die alte Spinnstube und darum, wie früher Fasching gefeiert wurde.

Nicht mehr wegzudenken ist für die Senioren in Allendorf das „Erzählcafé – einst und jetzt“ des DRK-Altenclubs. Deutlich mehr als 20 alte Menschen über 70 Jahre gehören zu den regelmäßigen Teilnehmern der monatlichen Zusammenkünfte an jedem zweiten Donnerstagnachmittag.

Gesprächsthema war jetzt die gute alte Spinnstube vergangener Zeiten, die aber die meisten Teilnehmer noch erlebt haben. Einen großen Kreis bildeten die Senioren rund um Utensilien, die an die Spinnstube von früher erinnern sollten. Clubleiterin Renate Böck gratulierte Käthe Noll herzlich zum Geburtstag, den sie vor 14 Tagen hatte. Alle Senioren brachten ihr ein musikalisches Ständchen.

Böck erinnerte an die alte Zeit, als die Kleidung auf dem Land hauptsächlich aus selbst gefertigten Woll- und Leinenstoffen hergestellt und nach eigenem Muster geschnitten und genäht wurde.

Die Spinnstube war der Treffpunkt der unverheirateten Frauen in den Wintermonaten. Die jungen Frauen trafen sich meist jahrgangsweise abends, um für die Aussteuer zu spinnen, zu nähen, zu sticken und zu stricken. Fleißig schnurrte dabei das Spinnrad in den Bauernstuben. Die Treffen dienten der Geselligkeit – und man sparte Licht und Feuer. Meist ging man abwechselnd in die Häuser der beteiligten jungen Frauen. Die Buschen kamen oft am Ende der Spinnstubenabende dazu – und begleiteten die Mädchen nach Hause. Dabei wurde so manche Beziehung geknüpft.

Erinnerung an Bratentag

Um den 21. Dezember wurde die so genannte „Lange Nacht“ gefeiert. Eine Hauptfeier in der Faschingszeit war der Bratentag. Am Abend des Bratentags gab es rustikale Mahlzeiten mit Eiern, Speck und Würsten.

Gebackene Eier ließen sich am Donnerstag auch die Senioren im „Erzählcafé“ schmecken. Gemeinsam sangen die Senioren eine Reihe von Liedern, erinnerten sich in Gesprächen an ihre Jugendzeit und die Spinnstuben-Abende und tanzten sogar Walzer zusammen.

Viel zu schnell verging der unterhaltsame Nachmittag in netter Atmosphäre. Am Ende erklärten  alle, dass sie sich auf das  nächste  Treffen im Erzählcafé im Dezember freuen.

Mittlerweile ist das Erzählcafé sogar „barrierefrei“: Käthe und Konrad Noll nehmen als Gehörlose teil. Alle Informationen erhalten sie von der Clubleiterin behindertengerecht vorab. (ed)

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