Schuppenflechte: Schwere Form kann Herzerkrankungen und Diabetes begünstigen

Die Haut spielt verrückt

Schuppende Hautstelle am Ellenbogen: Sie ist typisch für die Schuppenflechte. Foto: dpa

Ich habe seit einigen Wochen am Ellenbogen eine rote Stelle, die nicht weggeht. Meine Mutter leidet unter Schuppenflechte. Ich bin jetzt 35 und hatte bisher noch keine Probleme mit Hauterkrankungen. Kann eine Schuppenflechte in diesem Alter noch ausbrechen?“, fragt ein Leser aus Kassel.

Thomas Meyer

Die Schuppenflechte (Psoriasis) tritt nach den Angaben des Kasseler Hautarztes Dr. Thomas Meyer durchschnittlich ab dem 30. Lebensjahr auf. „Auslöser ist häufig ein Infekt, beispielsweise eine Mandelentzündung“, sagt Meyer. Die Erkrankung könne aber auch einfach so ausbrechen.

Laut des Facharztes für Dermatologie und Allergologie ist die Schuppenflechte eine erblich bedingte Immunerkrankung. Dabei reagiert unser Immunsystem auf Reize falsch oder übertrieben.

Entzündung der Haut

Es entsteht eine Entzündung in der Haut. Diese äußert sich in Form von stark schuppenden, punktförmigen bis handtellergroßen Hautstellen, die am ganzen Körper auftreten können. Bevorzugt treten diese Entzündungsherde an den Knien, den Ellenbogen und an der Kopfhaut auf. Auch die Nägel können betroffen sein. Die Erkrankung tritt in Schüben auf und ist nicht ansteckend.

Etwa zwei Prozent der Deutschen leiden an der Erkrankung. Es gibt leichte und schwere Formen, bei denen mehr als zehn Prozent der Körperfläche betroffen sind. Meyer zufolge leiden etwa 40 Prozent der Betroffenen an einem schweren Befall.

Die Erkrankung kann behandelt, aber nicht geheilt werden. „Bei leichten Formen reicht meistens das Auftragen einer Creme auf die betroffenen Stellen aus“, sagt Meyer. Auch die Behandlung mit UV-Licht schlage gut an.

Frühe Therapie wichtig

Schwere Formen werden in der Regel mit entzündungshemmenden Medikamenten behandelt. Gute Ergebnisse können dem Haut-Spezialisten zufolge mit sogenannten Biologics erzielt werden. Sie werden mit einer Spritze verabreicht und ermöglichen die gezielte Ausschaltung bestimmter Entzündungsstoffe.

Viele Patienten ziehen sich laut Meyer häufig zurück. Etwa 20 Prozent der schwer Erkrankten gingen nicht zu einem Arzt. „Insbesondere bei einer schweren Schuppenflechte ist eine frühzeitige und regelmäßige Betreuung durch einen erfahrenen Hautarzt wichtig“, sagt Meyer. Die Entzündung könne auch auf andere Körpergewebe übergreifen. Häufig komme es zu Begleiterkrankungen wie Entzündungen in Gelenken, aber auch zu lebensbedrohlichen Herzerkrankungen und Diabetes. „Deshalb ist die Zusammenarbeit mit internistischen Allgemeinmedizinern wichtig“, sagt der Dermatologe. Eine gut eingestellte Psoriasis verringere auch das Risiko für Begleiterkrankungen. (mkx)

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