Bio statt Burger: McDonalds ist dem Öko-Trend auf der Spur

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Gesund: Zahlreiche Mitarbeiter bedienen die Kunden in der ersten Salat-Filiale der Fast-Food-Kette McDonalds in der Pariser Bürostadt La Defense. Hinterm Tresen werden Ruccola, Spinat und anderes Gemüse vor den Augen der Kunden zu knackigem Salat bereitet.

Frankreich setzt gastronomisch wieder einmal Akzente: Die lange leidenschaftlich kritisierte Fast-Food-Kette McDonald''s erprobt dort ihre weltweit erste Burger-freie Salat-Filale.

Bio statt Burger heißt die Devise im Pariser Büroviertel La Défense. In der ersten Salat-Filiale der Hamburger-Kette McDonald's ist selbst das Ambiente Teil der Philosophie: Auf wurmstichig getrimmte Holzdielen an den Wänden, grüner Schriftzug, Bubikopf-Töpfe auf dem langen Holztisch. „Wir wollten bewusst Akzente setzen“, sagt Louis Esnon (26). Der Manager des „McCafé & Salade Live“ leitet eine Trendsetter-Filiale, mit der die Fast-Food-Kette aufs Segment des gesundheitsbewussten Mittelstands abzielt.

Nudel- oder Jungsprossen-Mischung

Kein wabernder Bratgeruch, keine brutzelnden Fleischklopse, keine Fritten. Hinterm Tresen werden Rucola, Spinat und anderes Grünzeug vor den Augen der Kunden zu knackigem Salat bereitet. Es wirkt ein wenig wie an der Theke einer Eis-Diele - nur, dass sie Salate statt gefrorener Leckereien bereithält. Im Angebot sind die knackige, die farbige, die Nudel- oder die Jungsprossen-Mischung.

Fleisch ist nicht verpönt - wer es mag, läßt sich Schinken oder Hühnerfleisch ebenso wie Oliven, Pilze, Artischocken, Feta oder Kräuter in den Salat mischen.

In Frankreich scheinen die Zeiten vorbei, in denen McDonald's und andere Fastfood-Ketten einst des „schlechten Fraßes“ (Bauernführer José Bové) bezichtigt und von Intellektuellen an der Seine als Symbole des „US-Kulturimperialismus“ gegeißelt wurde. Mit seinen 2004 eingeführten „McCafé“-Filialen macht McDonald''s der Starbucks-Kette Konkurrenz. Sushi- und Sandwich-Filialen bedrängen ebenfalls das klassische Restaurant in Frankreich.

Einer der Gründe für den Erfolg sind die veränderten Arbeitszeiten - lange Mittagspausen für üppige Dreigänge-Menüs sind nur noch selten drin. Zudem bietet McDonald's in Frankreich mit sicherem Gespür für Markttrends den Burger mit heimischen Produkten. Im angegliederten „McCafé“ gibt es national hergestellte Knabbereien.

Tischservice ist geplant

Im Land der Schlemmer und Genießer sicherte sich der Konzern mit heute rund 1200 Filialen den Rang des weltweit zweitgrößten Marktes außerhalb der USA. Mit Blick auf französische Restaurant-Traditionen erwägt die Kette nun sogar, einen Tischservice einzuführen. „Wir testen den Tischservice bis Ende 2011 in 50 Restaurants“, erklärte Jean-Pierre Petit, der Chef von McDonald's Frankreich, der Zeitung „Le Figaro“. Bis 2012 soll er bei weiterem Erfolg auf alle McCafé-Filialen sowie die Nutzer der Bestellcomputer in den normalen Burger-Bratereien ausgeweitet werden.

Auch die Salat-Filiale gilt als möglicher Trendsetter für Auslandsmärkte - selbst im Heimatmarkt USA. „Die Renovierung unserer Restaurants und die Fortentwicklung unserer McCafés erschließt uns eine völlig neue Kundschaft“, meint Petit, der im Vorjahr angesichts eines kräftigen Umsatzwachstums 37 neue Filialen in Frankreich eröffnete und bis 2015 jährlich 40 weitere plant. (dpa)

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