Stiftung Warentest

Diese Heuschnupfen-Medikamente helfen und sind günstig

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Medikamente gegen Heuschnupfen gibt es in Massen. Die Stiftung Warentest hat jetzt 57 Präparate verschiedener Hersteller hinsichtlich ihres Preis-Leistungsverhältnisses bewertet.

Die Heuschnupfen-Saison hat begonnen, und Allergiker leiden. Doch was hilft? Stiftung Warentest hat 57 Medikamente auf Wirksamkeit und Preis getestet.

Es fühlt sich an wie eine Erkältung. Mit dem Unterschied, dass diese nach ein paar Tagen wieder vorbei ist. Anders bei Heuschupfen: Hierbei leiden die Betroffenen Wochen oder sogar Monate, eben so lange, wie die Pflanzen blühen und ihre Pollen durch die Lüfte schicken, welche die Allergie auslösen. 

Pollenflug beginnt jedes Jahr früher

Sind es im Frühjahr vor allem Haselnuss, Erle und Birke, die Pollenallergikern zusetzen, sind es im Sommer Gräser, Getreide und Wegerich, im Herbst Beifuß und Ambrosia. Setzte der Flug der Pollen noch vor einigen Jahren Mitte Mai ein, beginnt er durch den klimatischen Wandel mittlerweile nun zum Teil auch schon viel früher, mit der Folge, dass sich auch die Leidenszeit der Allergiker verlängert. 

Allergie beeinträchtigt im Alltag zum Teil stark

Etwa 15 Prozent der Bundesbürger leiden unter Heuschnupfen, wie Studien des Robert-Koch-Instituts zeigen. Das Immunsystem der Betroffenen erkennt in dem harmlosen Blütenstaub fälschlicherweise einen Feind und beginnt, ihn zu bekämpfen.

DasGewebshormon Histamin, das hierbei freigesetzt wird, ist schließlich der Auslöser für die typischen Symptome: Die Augen jucken und tränen, die Nase schwillt zu, man fühlt sich schlapp und müde, genauso wie bei erkältungsbedingtem Schnupfen. Laut Umfragen fühlt sich jeder Dritte dadurch bei der Verrichtung seiner täglichen Arbeit und allgemein im Alltag beeinträchtigt. 

57 Heuschnupfen-Medikamente im Test

Um die Beschwerden zu lindern und die Zeit des Pollenflugs einigermaßen überstehen zu können, gibt es zahlreiche Medikamente auf dem Markt, die auch rezeptfrei erhältlich sind. Doch welche helfen wirklich? Und was kosten Sie?

Die Experten der Stiftung Warentest haben jetzt 57 rezeptfreie Medikamente gegen Heuschnupfen unter die Lupe genommen und Augentropfen, Nasensprays sowie Mittel zur oralen Einnahme hinsichtlich verschiedener Kriterien bewertet. So spielten für die Experten zum einen die Verträglichkeit und die Wirksamkeit der Präparate eine große Rolle, jedoch auch ihr Preis sowie eventuelle Nebenwirkungen

Die Testsieger 

Grundsätzlich unterschieden die Tester Medikamente, die Betroffene bei akuten Beschwerden helfen, und solchen, die der Vorbeugung der Symptome dienen. Unter den Medikamenten zur Behandlung akuter Beschwerden setzten sich diese von den anderen ab: 

Sieger bei den Nasensprays wurde Allergodil akut Nasenspray mit dem Wirkstoff Azelastin-hydrochlorid. Hier kosten 5 ml 8,10 Euro. Platz 2 belegt Vividrin akut Azelastin Nasenspray gegen Heuschupfen. 5 ml kosten 8,43 Euro. 

Bei den Tabletten lag Loratadin von STADA allerg 10 mg vorne. Eine 7er-Packung kostet 1,94 Euro. Genauso gut wirksam sind die Cetirizin-Tabletten der Hersteller 1A Pharma, AL und STADA. Mit 2,51 Euro pro 7-Stück-Packung sind diese jedoch 0,57 Euro teurer als der Testsieger. Wer sich gleich mit einer Großpackung mit 20 oder mehr Stück eindecken möchte, kommt jedoch mit Lora des Herstellers ADGC mit dem Wirkstoff Loratadin am günstigsten weg: 20 Stück kosten nur 2,70 Euro. Die 20 Stück-Packungen der anderen Hersteller fallen hier preislich zum Teil stark ab. 

Bei den Augentropfen setzte sich Allergodil akut durch. Das Fläschchen mit 6 ml ist für 11,15 Euro erhältlich. Ein stolzer Preis, doch immer noch günstiger als die Präparate der anderen Hersteller. Auf den zweiten Platz setzten die ExpertenVividrin akut Azelastin antiallergische Augentropfen. Hier kosten 6 ml 11,89 Euro. 

Auch Kombi-Packungen mit Augentropfen und Nasenspray wurden einem Test und Preisvergleich unterzogen. Sieger wurde hierbei die Vividrin akut Azelastin Kombi-Packung gegen Heuschupfen mit 4 ml + 10 ml zum Preis von 17,29 Euro.

Vorbeugen nach Plan 

Andere Medikamente, die ebenfalls getestet wurden, enthalten Wirkstoffe, die sich nur langsam im Blut ansammeln. Aus diesem Grund muss mit der Einnahme bereits zwei Wochen vor Ausbruch der Allergie begonnen werden, damit sie ihre Wirksamkeit entfalten können.

Dazu gehören Augentropfen und Nasensprays mit den Wirkstoffen Cromoglizinsäure und Lodoxamid, sogenannten Mastzellstabilisatoren. Diese Präparate eignen sich für all jene Allergiker, die ganz genau wissen, welche Pflanzen die Allergie auslösen. Anhand der Pollenflugvorhersage können die Betroffenen schon vor der Blütezeit mit der Einnahme des Medikaments beginnen und somit den Ausbruch des Heuschnupfens verhindern

Erst lokal, dann oral

Generell sollten Pollen-Allergiker im ersten Schritt versuchen, die Symptome durch örtlich anzuwendende Antihistaminika in den Griff zu bekommen. Erst wenn diese nicht ausreichend wirken oder wenn zu erwarten ist, dass die Blühperiode sehr lange dauert, wie im Fall von Birken-, Getreide- oder Gräserpollen, sollte auf Tabletten umgestellt werden. Sie nehmen über den Blutkreislauf Einfluss auf die Allergie.

Allerdings machen manche von ihnen müde oder schläfrig – was beim Autofahren oder auch am Arbeitsplatz eventuell zum Gefahrenrisiko werden kann. Die Experten der Stiftung Warentest empfehlen deshalb, Medikamente mit den Wirkstoffen Cetirizin und Loratadin vorzuziehen, da sie nicht oder nur wenig müde machen. 

Vorsicht bei diesen Wirkstoffen

Medikamente, die die Schleimhäute abschwellen lassen, sollten dagegen mit Vorsicht genommen werden. Sie dürfen höchstens fünf bis sieben Tage lang angewendet werden. Genauso bei kortisonhaltigen Nasensprays. Bei dauerhafter Anwendung können sie Schäden an der Nasenschleimhaut verursachen.

Gewarnt werden Patienten auch vor Alpha-Sympathomimetika. Sie lindern zwar kurzzeitig die Symptome, können jedoch auch schwere unerwünschte Nebenwirkungen haben, da sie die Blutgefäße im gesamten Körper verengen. 

Konservierungsstoffe vermeiden

Nicht zuletzt, so die Experten, seien Medikamente ohne Konservierungsstoffe anderen vorzuziehen. Konservierungsmittel können die Beweglichkeit der Flimmerhärchen in der Nasenschleimhaut behindern und dadurch die Selbstreinigungskraft der Nase verringern, was bei einem allergischen Schnupfen nachteilig ist.

Von Franziska Grosswald

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