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Unangenehmen Eigengeruch erkennen: Wie Sie herausfinden, ob Sie stinken

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Von: Juliane Gutmann

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Frauen testen Parfüm
Parfüm übertüncht so manch schlechten Geruch. © Daniel Reinhardt/dpa

Schweiß bis Knoblauchgeruch: Viele Menschen empfinden diese Aromen als unangenehm. Herauszufinden, wie man selbst riecht, ist nicht ganz einfach.

Jeder Mensch riecht anders. Den einen Körpergeruch empfinden wir als unangenehm, den anderen als anziehend. Die Psyche hat immensen Einfluss. So erklärt Hanns Hatt von der Ruhr-Universität Bochum als Deutschlands bekanntester Geruchsforscher im GEO-Interview: „Jedes Duftmolekül, das beim Einatmen in die Nase gelangt, wird im Gehirn zusammen mit der Stimmung abgespeichert, in der ich in dem Moment bin. Jeder Duft bekommt also einen Stempel: War ich gut drauf, einen guten, habe ich in dem Moment etwas Schlechtes erlebt, speichere ich ihn negativ ab“. Wer etwa Weihnachten immer eine gute Zeit mit seinen Liebsten hat, wird den Duft von Plätzchen und weihnachtlichen Gewürzen als gut empfinden. Wer an Weihnachten nie etwas geschenkt bekommt und sich viel streitet, wird weihnachtliche Düfte eher als unangenehm wahrnehmen, so Hatt weiter.

Beeinflusst wird der Körpergeruch von vielen Faktoren: die Ernährung, das verwendete Parfüm, die Nutzung von Deodorant und die Körperhygiene an sich. Auch die Gene beeinflussen den Eigenduft: „Unsere Gene bestimmen, welchen Duft wir haben, und weil jeder Mensch unterschiedliche Gene hat, hat auch jeder seinen eigenen Geruch. Bei der Partnerwahl beeinflusst uns der Körpergeruch des anderen. Die Natur hat es so eingerichtet, dass wir jemanden bevorzugen, der genetisch möglichst verschieden von uns ist“, so Hanns Hatt im GEO-Interview. Die Kombination unterschiedlicher Gene kann positive Effekte auf den Nachwuchs haben, etwa ein besseres Immunsystem.

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Warum wir Schwierigkeiten haben, unseren Eigengeruch wahrzunehmen

Ob Sie für jemanden gut riechen, ist also individuell sehr verschieden. Doch man kann einiges dafür tun, dass man selbst keinen für viele Menschen unangenehmen Eigengeruch entwickelt. Die Körperhygiene ist dabei neben dem Wechseln und Reinigen der Kleidung der wichtigste Faktor.

Selbst einzuschätzen, wie man riecht, ist mal mehr, mal weniger schwierig. Wer ein Shirt mit hohem Polyester-Anteil trägt und einige Stunden wandern war, wird den eigenen Schweißgeruch danach wahrscheinlich wahrnehmen. Doch in der Regel haben wir Probleme, uns selbst zu riechen. Denn weil uns ständig und überall Düfte und Gerüche entgegenschlagen, muss sich unser Gehirn vor einer Überladung mit Informationen schützen, weshalb das Nervensystem den Geruch des eigenen Körpers ignoriert, informiert gesundheit.de als unabhängiges Gesundheitsportal der Funke-Mediengruppe. Erst bei einer starken Änderung des Körpergeruchs wie zum Beispiel vernachlässigter Körperhygiene würden wir einen Eigengeruch wahrnehmen, heißt es weiter.

Rieche ich gut oder schlecht?

Um herauszufinden, wie man riecht, kann es helfen, nach einem langen Spaziergang an der frischen Luft, an getragenen Kleidungsstücken zu Hause zu schnüffeln. Der Duft von Kaffeepulver oder Kaffeebohnen hat neutralisierende Wirkung auf Gerüche und soll die Nase aufnahmefähig machen für neue Düfte. „Das funktioniert wirklich“, wird Professor Hanns Hatt von der Ruhr-Universität Bochum von n-tv.de zitiert. In Parfümerien findet man deshalb oft kleine Behälter mit Kaffeebohnen. Auch für den Eigengeruch-Test kann man sich diese Wirkung zunutze machen. Einfach erst an Kaffee und dann an der Achselhöhle oder dem Fuß riechen.

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