Stolpersteine überwunden

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Eine stattliche Weihnachtskrippe zum einjährigen Bestehen des Seniorenzentrums Friedewald: Die Mitarbeiterinnen Diana Bode, Sabine Ziegenbein, Michaela Haupt und Marita Blaurock (von links oben nach rechts unten) setzten die Idee gemeinsam mit Bewohnern des Heims um und überraschten ihre Chefin mit dem Bauwerk aus natürlichen Materialien.

Eine große Weihnachtskrippe zieht seit einigen Tagen die Blicke der Besucher im Foyer des DRK-Seniorenzentrums Friedewald auf sich. Mitarbeiterinnen des Hauses haben sie gemeinsam mit Bewohnern gebaut und sie zum ersten Jahrestag der Eröffnung als Überraschung Heimleiterin Cornelia Grimm überreicht.

Die zeigt sich im Rückblick auf die ersten zwölf Monate zufrieden mit der Entwicklung des Hauses – ohne dass allerdings schon eine Atempause in Sicht wäre. „Wir haben viele Stolpersteine überwunden, sind jetzt aber insgesamt auf einem guten Weg“, sagt Cornelia Grimm.

Früher als geplant

Eigentlich war geplant gewesen, die Bewohnerzahl allmählich zu steigern und die Vollbelegung im September 2011 zu erreichen. Die große Nachfrage nach Heim- und Pflegeplätzen gleich vom ersten Tag an ließ das allerdings nicht zu. Der fünfte, letzte Wohnbereich wurde schon im Spätsommer dieses Jahres eröffnet, das letzte freie Bett von insgesamt 60 war schon Mitte Oktober vergeben.

Parallel dazu mussten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Pflege und Hausdienst eingestellt und geschult werden, wurden Verträge mit Pflegekassen und Dienstleistern geschlossen, Programme für die Bewohner entwickelt.

Diese Programme sollten sich möglichst an den Lebenserfahrungen der Heimbewohner orientieren. Dazu aber mussten erst einmal ihre Biografien erkundet, Kindheitserlebnisse, Familientraditionen und lieb gewordene Gewohnheiten abgefragt werden. Und schließlich galt es auch, die Anforderungen des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen und der Heimaufsicht zu erfüllen und beispielsweise eine lückenlose Dokumentation der Pflegeleistungen aufzubauen. „Wir müssen im Heimbetrieb über 900 Rechtsvorschriften einhalten“, gibt die Heimleiterin zu bedenken.

Natürlich geht es nicht nur darum, einen rechtlich korrekten Tagesablauf zu organisieren – die alten Herrschaften sollten sich in erster Linie wohl fühlen in ihrer neuen Umgebung, das Heim sollte im besten Sinne mit Leben erfüllt werden.

Ehrenamtliche Hilfe

Dankbar ist Cornelia Grimm in diesem Zusammenhang den vielen ehrenamtlichen Unterstützern, die mit ihren Angeboten das Tagesprogramm bereichert haben, sei es durch den Besuch mit Therapie-Hunden oder durch musikalische Auftritte.

„Inzwischen freuen sich unsere Bewohner auf ihre regelmäßige Gymnastik oder ihre Singstunden“, weiß die Heimleiterin.

Oktober- und Schlachtefest

In den Wohngruppen wird traditioneller „Isekoche“ oder Ploatz gebacken, und mittlerweile werden auch Feste gefeiert – zuletzt ein zünftiges Oktoberfest mit Blasmusik und in der kommenden Woche ein Schlachtefest nach alter Dorftradition. Für Männer mit handwerklichen Ambitionen wurde eine kleine Heimwerkerstation eingerichtet.

Nach der unvermeidlichen Fluktuation der ersten Monate soll nun auch der Teamfindungsprozess unter den 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Hauses abgeschlossen werden. Sogenannte Präsenzkräfte in den Wohnbereichen sorgen jetzt schon dafür, dass die Senioren jederzeit einen Ansprechpartner finden. Darüber hinaus soll ab Dezember nach und nach jedem Bewohner ein Bezugspfleger oder eine Bezugspflegerin zugeteilt werden. (Peter Lenz)

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