Strahlenfrei operieren – neue Methode wird am RKH eingesetzt

Wenn nun die Straßen morgens glatt werden, häufen sich in der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Rehabilitative Medizin die Knochenbrüche. Mit einer neuen Methode  - einer magnetfeldgeführten Verriegelung des Marknagels - kann nun die Operationszeit und die Strahlenbelastung für den Patienten verringert werden.

„Die neue Methode setzen wir bei Knochenbrüchen des Ober- und Unterschenkels oder des Oberarmes seit über einem halben Jahr in unserer Klinik ein“, berichtet Professor Dr. med. Werner Konermann, Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Rehabilitative Medizin des Roten Kreuz Krankenhauses Kassel. Dabei wird ein langer Nagel während eines operativen Eingriffs in die Markhöhle des Knochens eingeführt, die Knochenfragmente werden sozusagen aufgefädelt. Die Operation endet mit der soge-nannten Verriegelung des Marknagels: Er wird an beiden Enden mit Schrauben am Knochen fixiert.

 „Die Innovation an dem neuen Verfahren ist, dass mit Hilfe eines Magnetfeldes die Position des Nagels zur Schraube genau ermittelt werden kann. Bisher mussten hierfür während der Operation in Echtzeit Röntgenaufnahmen angefertigt werden, damit wir die Instrumente im Körper des Patienten führen konnten“, erklärt der Experte. Mit Hilfe der neuen Methode kann die Operation nun strahlenfrei verlaufen, was den Patienten und natürlich auch das OP-Teams entlastet.

Die Möglichkeit, während der OP auf Röntgenaufnahmen zu verzichten, bringt noch weitere Vorteile mit sich, berichtet Professor Konermann: „Die Operationszeit können wir jetzt deutlich verkürzen, die Positionierung und das Umschwenken des Röntgengeräts vor dem Durchleuchten kostete immer wertvolle Zeit. Außerdem sind Positionsfehler bei komplexen Brüchen trotz aller Erfahrung des Operateurs nicht auszuschließen.“

Mit der neuen, innovativen Methode „Sureshot“ wird während der Operation auf einem Monitor angezeigt, an welcher Stelle die Knochenbohrungen erfolgen müssen, damit die Schrauben exakt durch die kleinen Löcher im Marknagel eingedreht werden können. „Das System berechnet Position und Achsausrichtung des Bohrers zum Schraubenloch des Marknagels“, erklärt der Experte.

Die Klinik verwendet mit dieser Methode eines der modernsten therapeutischen Verfahren in der Unfallchirur-gie. „Diese sichere, präzise und strahlungsarme Frakturversorgung lernt man schnell zu schätzen“. (nh)

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