Stress: Nächtliches Aufschrecken kann Anzeichen sein

Der Puls rast, man springt aus dem Bett und will loslaufen. Nächtliches Aufschrecken kann ein wahres Schreckgespenst sein. Jürgen Zulley, Psychologe am Schlafmedizinischen Zentrum in Regensburg weiß: "Das nächtliche Wachwerden ist häufig ein Zeichen für Stress und unverarbeitete Probleme."

Bis zu 28 Mal wird jeder Schläfer pro Nacht wach. Das klingt ganz schön viel. "In der Regel vergessen wir diese Wachmomente aber sofort wieder, weil wir problemlos wieder einschlafen." Belastend werden die wachen Phasen, wenn an Schlaf nicht mehr zu denken ist und die Betroffenen wachliegen. "Es ist wichtig, diese Störung des Schlafes jetzt möglichst gelassen zu bewerten", rät Zulley. Denn: Wer nun frustriert im Bett liege und sich darüber ärgere, zu wenig zu schlafen, schlafe auch nicht. "Anspannung ist das schlechteste Mittel, um wieder einschlafen zu können."

Oft ist die Ursache selbst in erhöhter Anspannung zu finden: "Wer Probleme und Stress des Tages nicht abschließen kann, nimmt sie mit in den Schlaf", sagt der Experte. Statt sich zu erholen, arbeite das Gehirn auf Hochtouren, schiebe und wälze Probleme. Und normale Wachphasen würden durch die erhöhte Anspannung sofort als weitere Störung registriert.

Auch immer wiederkehrende Albträume können ein Signal für unverarbeitete und belastende Konflikte sein. Wer nachts mit erhöhtem Puls und Angstschweiß aufwacht, sollte versuchen, den Traum bewusst weiterzuträumen: "Ich empfehle meinen Patienten, sich ein gutes Ende für den Albtraum auszudenken und sich diese Geschichte immer wieder vor Augen zu rufen", sagt Zulley. Durch die positive Wiederholung "lerne" das Gehirn, Spannung abzubauen, der Schlaf werde langsam wieder ruhiger. (dapd)

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