Reich, berühmt und ein kurzes Leben

Musikstars sterben früher - ein Mythos?

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Die britische Soulsängerin Amy Winehouse starb am 23. Juli 2011 im Alter von 27 Jahren.

London - Amy Winehouse, Jimmy Hendrix oder Kurt Cobain - Musikstars werden häufig nicht besonders alt. Doch eine britische Studie widerlegt jetzt, dass berühmte Künstler im Alter von 27 Jahre sterben.

Jim Morrison, Brian Jones, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Kurt Cobain und Amy Winehouse starben im Alter von 27 Jahren. Die Stars gehören damit zum sogenannten „Clubs 27“, der besagt, dass gerade berühmte Künstler vorwiegend im Alter von 27 sterben. Ein Mythos, wie britische Wissenschaftler herausgefunden haben.

Die Forscher haben dafür Sterbestatistiken von 1.489 Künstlern aus den Genres Rock, Pop, Punk, R & B und New Age, die zwischen 1956 und 2006 berühmt geworden sind, untersucht. 137 davon starben innerhalb des untersuchten Zeitraums, das entspricht einem Anteil von 9,2 Prozent. Die Legende vom "Club 27" gibt es demnach nicht: Das durchschnittliche Todesalter von verstorbenen Musikern aus Nordamerika lag demnach bei 45,2 Jahren, von europäischen bei 39,6 Jahren. Die Legende vom "Club 27" gibt es also nicht.

Jedoch ergab die im Online-Fachblatt „BMJ Open“ veröffentlichte Studie, dass Solokünstler ein doppelt so hohes Risiko eines frühen Todes haben, wie Bandmusiker. Dies könne daran liegen, dass Letztere in schwierigen Zeiten mehr Rückhalt in ihrer Gruppe fänden, so Studienleiter Mark Bellis von der John Moores Universität in Liverpool.

Neben einem ausschweifenden Lebensstil hatten allerdings auch negative Erfahrungen in der Kindheit der Künstler, laut den Wissenschaftlern, einen starken Einfluss auf das Sterberisiko.

Bei Musikern, die häusliche Gewalt oder Missbrauch in jungen Jahren erlebt hatten, war das Risiko, dass sie infolge von Drogen- oder Alkoholmissbrauch oder ähnlichem starben, höher.

Allerdings, so betonte der Kulturwissenschaftler Ellis Cashmore von der Universität in Staffordshire, dürfe man auch nicht den Aspekt der künstlerischen Frustration übersehen: Beispiele von Vincent van Gogh über Ernest Hemingway bis hin zu Brian Wilson von den Beach Boys zeigten “die Qual, die Kreativität mit sich bringen kann."

Amy Winehouse: Ihr Leben in Bildern

Mit ihrer ungewöhnlichen Stimme sorgte Amy Winehouse unter Musikkritikern für Aufsehen. Die Britin wurde 2006 mit ihrem Album “Back to Black“ einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Das Album brachte Winehouse diverse Auszeichnungen ein, darunter der Grammy. © dpa/dapd
Doch ihr musikalischer Erfolg wurde immer wieder von Schlagzeilen über ihre Alkohol- und Drogeneskapaden überschattet. Am Samstag wurde Winehouse tot in ihrer Londoner Wohnung aufgefunden. © dpa/dapd
Winehouses Tod im Alter von 27 Jahren weckt Erinnerungen an den von Janis Joplin und Jimi Hendrix - wie Winehouse zwei gefeierte Musiker, die gegen die Drogensucht ankämpften und nur 27 Jahre alt wurden. © dpa/dapd
Geboren wurde Winehouse am 14. September 1983 als Tochter eines Taxifahrers und einer Apothekerin in London. Schon in ihrer Jugend entdeckte die Britin ihr Gesangstalent, mit 13 Jahren bekam sie eine Gitarre geschenkt. In der Schule lief es für Winehouse, deren Markenzeichen später ihre stark toupierten Haare und ein großzügiger Lidstrich wurden, weniger gut. © dpa/dapd
Sie flog von der Sylvia Young Stage School und hatte auch auf einer Mädchenschule im Süden Londons Probleme. Aus dem Hass auf die Schule entstand bei Winehouse eine Liebe zur Musik. Immer stärker wurde die Britin vom Jazz, HipHop- und R&B-Einflüssen geprägt. © dpa/dapd
Nach ihrem Debütalbum “Frank“ war es im Jahr 2006 “Back to Black“, das Winehouse berühmt machte. In Deutschland stand das Album auf Rang eins, die darauf enthaltenen Singles “Rehab“ und “Back to Black“ stiegen hoch in den internationalen Charts ein. Winehouse räumte fünf Grammys ab, unter anderem den als beste neue Künstlerin. Bei den Brit Awards wurde sie 2007 als “Best British Female Solo Artist“ ausgezeichnet. © dpa/dapd
Winehouse heiratete im Mai 2007 ihren Verlobten Blake Fielder-Civil, drei Monate später brachen beide nach nur wenigen Tagen einen Aufenthalt in einer britischen Entzugsklinik ab. Ihre Alkohol- und Drogensucht war damals bereits kein Geheimnis mehr. © dpa/dapd
Im November des gleichen Jahres musste Winehouse aus gesundheitlichen Gründen alle Konzerte bis Jahresende absagen. Weil die Inhaftierung ihres Ehemanns wegen Behinderung der Justiz die Sängerin emotional zu sehr belastete, hatte ein Arzt ihr ein Auftrittsverbot erteilt. © dpa/dapd
Fielder-Civil wurde im Juli 2008 zu 27 Monaten Haft verurteilt. Winehouse trat unterdessen immer häufiger sichtbar unter dem Einfluss von Drogen stehend in der Öffentlichkeit auf. © dp/dapd
Im Juli 2009 wurde die häufig turbulente Ehe von Winehouse und Fielder-Civil nach zwei Jahren geschieden. Fielder-Civil hatte Anfang des selben Jahres die Scheidung eingereicht und diesen Schritt mit der Untreue seiner Frau begründet. Laut Gerichtsunterlagen beschrieb er das Zusammenleben mit der Sängerin als “unerträglich“. © dpa/dapd
Immer wieder bekam Winehouse Ärger mit der Justiz. Unter anderem wurde die Sängerin Ende 2009 wegen eines Zwischenfalls bei einem Theaterbesuch festgenommen und gegen Kaution freigelassen. Die Polizei erklärte damals, Winehouse werde wegen eines Verstoßes gegen die öffentliche Ordnung belangt. © dpa/dapd
Britische Medien berichteten, die Sängerin sei mit einem Angestellten des Theaters aneinandergeraten, nachdem sie mit Zwischenrufen die Vorstellung gestört habe. Erst wenige Monate zuvor war Winehouse vom Vorwurf des Angriffs auf einen weiblichen Fan freigesprochen worden. Der Sängerin war vorgeworfen worden, der Tänzerin Sherene Flash auf einem Wohltätigkeitsball auf eine Auge geschlagen zu haben. © dpa/dapd
Zuletzt tauchte Winehouse in der Medienberichterstattung auf, nachdem sie im Juni zum Start ihrer Europatournee in Belgrad von serbischen Fans ausgepfiffen worden war. Serbische Medien beschrieben den Auftritt vor 20.000 Zuschauern als Skandal und Katastrophe. © dpa/dapd
Zeitweise sei Winehouse von der Bühne verschwunden habe es ihrer Band überlassen, das Publikum zu unterhalten, hieß es. Kurz vor dem Auftritt hatte Winehouse wieder eine Woche in einem Entzugsprogramm verbracht. © dpa/dapd

 dapd/ml

 

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