Studie: Bedarf an altengerechten Wohnungen steigt

Im Landkreis Northeim droht in den nächsten Jahren ein Mangel an seniorengerechten Wohnungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine im Auftrag der Gewerkschaft IG Bau sowie von Verbänden der Bau- und Immobilienwirtschaft erstellten Studie des Pestel-Instituts (Hannover).

Nach Angaben des Instituts wird sich im Landkreis die Zahl der Haushalte, in denen mindestens ein Über-70-Jähriger wohnt, von 16.100 bis zum Jahr 2025 um 14 Prozent auf 18.780 erhöhen.

Wenn nur jeder Fünfte dieser Haushalte auf eine Wohnung ohne Barriere angewiesen ist, bedeute das einen Bedarf von 3760 altengerechten Wohnungen, dass heißt ohne Schwellen und breiten Türen für Rollatoren oder Rollstühle sowie mit einer schwellenfreie Dusche. In mehrgeschossigen Mietshäusern sei auch noch ein Fahrstuhl notwendig.

Die Annahme, dass nur jeder Fünfte eine Barrierefreiheit brauche, sei niedrig geschätzt, betonte Ulrich Holst vom Pestel-Institut im Gespräch mit der HNA.

Zahlen, wie viele barrierefreie Wohnungen es im Landkreis Northeim derzeit gibt, liegen nicht vor. Bundesweite Schätzungen gehen davon aus, dass gemessen am Bedarf des Jahres 2025 von zwei Millionen seniorengerechten Wohnungen nur ein Fünftel bereits heute vorhanden ist.

Nach Angaben des Instituts sind außerdem mehr als ein Viertel (27 Prozent) der Wohngebäude im Landkreis Northeim in der Nachkriegszeit bis Ende der 1960-er Jahre entstanden. Ein Großteil dieser Gebäude müsse außerdem noch bei Wärmedämmung und Heiztechnik auf den heutigen Stand gebracht werden. Zusammen mit einer altengerechten Modernisierung rechne sich das häufig nicht.

Deshalb, so die Forderung des Instituts an die Bundespolitik, müsse es Anreize für den Abriss von Gebäuden geben. Denn ein anschließender Neubau sei meist günstiger als eine umfassende Modernisierung. (ows)

Weitere Informationen zur Studie gibt es unter dem Link www.pestelinstitut.de

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