Zu wenig Teilnehmer

Studie zu Prostatakrebs wird abgebrochen

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3D-Modell einer Prostata.

Die größte deutsche Prostatakrebs-Studie wird aus Mangel an Patienten abgebrochen. Die Förderung werde zum Ende dieses Jahres eingestellt, teilte die Stiftung Deutsche Krebshilfe am Montag mit.

Die Zahl der Patienten sei nach dreieinhalb Jahren Laufzeit weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Die Frage nach der besten Therapie eines Prostatakarzinoms in frühem Stadium werde sich absehbar mit der Studie „Prefere“ nicht mehr beantworten lassen.

Ursprünglich bis 2030

„Prefere“ sollte die weltweit größte Studie zu dem Thema werden. Mehr als 7000 Patienten wären dafür gebraucht worden. Für eine Teilnahme entschieden sich bisher aber nur rund 340 Männer. Sie sollen auch nach dem Abbruch weiter medizinisch betreut werden, hieß es. Bis 2030 wollten die Deutsche Krebshilfe sowie gesetzliche und private Krankenkassen das Vorhaben mit rund 25 Millionen Euro unterstützen. Wie viel Geld bereits ausgegeben ist, konnte die Krebshilfe am Montag zunächst nicht sagen. Auskünfte sollte es in einigen Tagen geben.

Bereits Anfang November hatten Wissenschaftler und Ärzte den sofortigen Abbruch der Studie gefordert. Die Stiftung Männergesundheit verwies auf „eklatante Fehler in Planung und Durchführung“. Die Experten werteten es als Fallstrick, dass Patienten per Zufall eine Behandlung zugelost werden sollte. Die Bandbreite dabei lag zwischen reiner Überwachung und radikaler OP.

Prostatakrebs - Frage nach der besten Therapie weiter unklar

Mit dem vorzeitigen Aus der Studie bleibe weiter unklar, von welcher der vier Möglichkeiten - Radikaloperation, perkutane Strahlentherapie, Brachytherapie oder aktive Überwachung - Patienten mit einem Prostatakarzinom im frühen Stadium am meisten profitierten.

Prostatakrebs ist die häufigste Krebsart bei Männern in Deutschland. Hierzulande erkranken nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) jährlich weit mehr als 60.000 Männer an einem bösartigen Tumor der Vorsteherdrüse. Mehr als 12.000 sterben jedes Jahr an einem Prostatakarzinom.

Bei einem auf die Prostata begrenzten Tumor gibt es vier Behandlungsmöglichkeiten: 

  • Radikaloperation: Das operative Entfernen der Prostata.
  • Perkutane Strahlentherapie - die Bestrahlung von außen.
  • aktive Überwachung: mit regelmäßigen Kontrollen.
  • Brachytherapie: die Behandlung des Tumors durch dauerhaft in der Prostata platzierte Strahlenquellen.

    Vor allem zur Brachytherapie liegen bislang keine ausreichenden Daten vor. In der Studie sollten die vier Behandlungsoptionen hinsichtlich ihrer Effektivität, der Nebenwirkungen und ihrer Auswirkungen auf die Lebensqualität der Betroffenen verglichen und bewertet werden.

dpa/AfP

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