Beispiel Haus Weiltal: Land fördert Sanierung und Erweiterung

Die Hessische Landesregierung unterstützt die Sanierung und Erweiterung des Alten- und Pflegeheims „Haus Weiltal“ in Weinbach-Freienfels.

Die Staatssekretärin im Hessischen Sozialministerium, Petra Müller-Klepper, überbrachte heute den Bewilligungsbescheid über einen Landeszuschuss in Höhe von knapp 989.300 Euro sowie ein zins- und kostenfreies Darlehen in gleicher Höhe.

„Die Landesregierung leistet hiermit einen wichtigen Beitrag, um die Versorgung älterer, pflegebedürftiger Menschen in der Region sicherzustellen“, erklärte die Staatssekretärin.

Im Rahmen der Baumaßnahme entstehen zwei Wohngruppen für die Betreuung Demenzkranker sowie eine Wohngruppe im Dachgeschoss für pflegebedürftige Menschen. Die Einrichtung in Weinbach wird dann 38 vollstationäre Pflegeplätze verfügen. Vorgesehen ist außerdem die Errichtung einer Tagespflege mit 15 Plätzen.

„Mit dieser Weiterentwicklung trägt die Einrichtung des Diakonie-Fördervereins Weilburg insbesondere der zunehmenden Zahl Demenzerkrankter Rechnung und ermöglicht Betreuung und Pflege auf zeitgemäßem Niveau. Sie bietet beides sowohl ambulant wie stationär unter einem Dach an und verwirklicht damit ein zukunftsweisendes Modell sektorenübergreifender Versorgung“, lobte Petra Müller-Klepper.

In der Heimlandschaft der Altenhilfe in Hessen ist ein struktureller Wandel im Gange, so die Staatssekretärin, der sich in der Weinbacher Einrichtung widerspiegelt. „Mit dem Ausbau der ambulanten Dienste und des Betreuten Wohnens sind die Altenwohnheime und die Altenheimstufe in den Einrichtungen stark zurückgegangen. Sie entwickeln sich immer mehr zu reinen Pflegeheimen mit einer immer älteren Bewohnerschaft.“

Deutliche Veränderungen vollzögen sich auch in der Binnenorganisation der Heime. „Es werden kleinräumige, überschaubare Strukturen geschaffen. Kleine Wohngruppen und Hausgemeinschaftkonzepte ersetzen große Stationen oder Wohnbereiche“, skizzierte die Staatssekretärin die Entwicklung. Bei Neubauten werde dem ebenso entsprochen wie bei Umbaumaßnahmen in bestehenden Häusern.

Die Landesregierung sei an der Verbesserung und Weiterentwicklung der stationären Pflege und Betreuung interessiert und fördere sie seit vielen Jahren mit jährlich 30,5 Millionen Euro.

Mit Blick auf die demographische Entwicklung unterstrich Müller-Klepper die Notwendigkeit, ein Angebot für an Demenz oder einer anderen gerontopsychiatrischen Erkrankung Leidenden zu schaffen. „Die fachqualifizierte Betreuung und Pflege gerontopsychiatrisch beeinträchtigter alter Menschen wird zu einer der wichtigsten Aufgabe der Altenpflegeheime“.

Bei der Planung von Pflegeeinrichtungen im Rahmen von Sanierungs- oder Neubaumaßnahmen, die das Land fördert, werde die Differenzierung in kleinere Wohn- und Pflegegruppen inzwischen als Standard zugrunde gelegt.

Die teilstationären Angebote der Tagespflege für Ältere, von denen nun eines in Weinbach entstehen wird, sind in Hessen auf dem Vormarsch. Es gibt mittlerweile 90 entsprechende Angebote mit 1.265 Plätzen. Allein innerhalb des letzten Jahres sind zehn neue Einrichtungen entstanden. „Die Tagespflege ist eine Medaille mit zwei guten Seiten“, erläuterte Petra Müller-Klepper. Den Pflegebedürftigen werde der Verbleib in der eigenen Häuslichkeit ermöglicht.

Zugleich würden durch die Betreuung über den Tag hinweg die pflegenden Angehörigen unterstützt und entlastet. „Pflegebedürftige in Hessen werden heute in 75 Prozent der Fälle von ihren Angehörigen oder Freunden versorgt. Damit liegt unser Bundesland im Ländervergleich an der Spitze. Diese großartige humanitäre Leistung, die von den Familien erbracht wird, müssen wir uns immer wieder vor Augen führen.“ (Hessisches Sozialministerium)

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