Im Alter Talent entdecken

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Vernissage im Awo-Seniorenzentrum Käthe-Richter-Haus: Einige der Künstler und Gäste (von links): Ruth Schmidt, Elisabeth Schäfer, Elsa Mösta, Malatelier-Leiterin Doris Haas, Karl-Theodor Weiland und Sozialpädagogin Bianka Pötter, vorn Liam Pötter (9).

In der ersten Reihe sitzen die stolzen Künstler und strahlen, als Heimleiter Stephan Eigenbrodt zur Ausstellungseröffnung ihre Namen nennt.

Darunter befinden sich auch Bewohner des Seniorenzentrums Käthe-Richter-Haus, die - weil sie an Demenz erkrankt sind - an anderen Tagen oft abwesend sind, in einer eigenen Welt zu leben scheinen.

Herkules in der Abendsonne

Geht es aber wie hier um ihre allesamt eindrucksvollen Kunstwerke, dann sind sie hellwach. Die Älteste der ausstellenden Künstler ist die 96-jährige Else Mösta. Sie hat einen „Herkules in der Abendsonne“ zu Papier gebracht.

Insgesamt 25 Bilder von Bewohnern werden zurzeit im Awo-Heim in der Eberhard-Wildermuth-Straße unter dem Titel „Bunt wie das Leben“ ausgestellt. Auch eine Grußkarten-Serie wurde aus einer Auswahl von Arbeiten gedruckt. Die Arbeiten, die in unterschiedlichen Techniken entstanden sind, tragen Titel wie „Wiese“, „Schneckenhaus“ oder „Zwei Frühlingsbäume“.

Die Intensität, mit der sich die Künstler den Arbeiten gewidmet haben, ist den Werken anzusehen. „Es sind ganz außergewöhnliche Kunstwerke“, sagt der Kunsthistoriker und Politologe Konny Nachtwey vom Förderverein des Seniorenzentrums, der die Laudatio zur Vernissage hält. Er sagt: „Der Seele geht es besser, wenn man malt.“

Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung von einer flotten Tanzkapelle um den Klarinettisten Geza Schmeltzer. Er ist regelmäßig mit seinem Instrument zu Gast im Seniorenzentrum. Auch Heimleiter Eigenbrodt ist beeindruckt: „Das sind künstlerische Arbeiten, die ich nicht für möglich gehalten habe.“

Mal-Atelier

Die vielen Talente unter den Senioren herausgekitzelt hat Doris Haas. Die Künstlerin leitet seit drei Jahren das Malatelier im Awo-Heim. Der rührige Förderverein des Altenzentrums hat das Angebot auf die Beine gestellt und sorgt auch für die finanzielle Unterstützung durch die Kasseler Sparkasse. Uschi Krollmann, die Vorsitzende des Fördervereins, freut sich über das tolle Ergebnis der Malgruppe: „Viele Bewohner haben erst im Alter ihr Talent entdeckt.“

Förderverein Altenzentrum Käthe-Richter-Haus

Tel. 0561/928 40

(Von Christina Hein)

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