Teil 5: Laufende Forschung: Melatonin-ähnliche Medikamente

Die Erkenntnis, dass Melatonin den Rhythmus der inneren Uhr beeinflussen kann, war Auslöser für die Bestrebungen, dem Melatonin ähnliche Medikamente zu entwickeln.

„Solche Medikamente könnten sich als genauso gut, vielleicht sogar wirksamer als Melatonin erweisen. Ihre Verwendung könnte gesetzlich geregelt, verschrieben, kontrolliert und hinsichtlich der Sicherheit überwacht werden“, so der Neurowissenschaftler Steven Lockley aus Harvard.

Im Jahr 2005 wurde das Melatonin-ähnliche Medikament Ramelteon zur Behandlung von Schlafstörungen, die durch Einschlafschwierigkeiten gekennzeichnet sind, von der FDA zugelassen. Laut den Wissenschaftlern können Betroffene damit leichter einschlafen und länger durchschlafen, ohne sich tagsüber verkatert oder abgeschlagen zu fühlen und ohne dass eine Medikamentenabhängigkeit entsteht. Informationen zu diesem Medikament stellt die National Library of Medicine unter http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmedhealth/PMH0000321/ zur Verfügung.

2010 bewilligte die FDA Tasimelteon, einem anderen Melatonin-ähnlichen Medikament, den Status eines Orphan-Arzneimittels. Es wird zur Behandlung von N24HSWD bei völlig blinden Erwachsenen eingesetzt. Den Status des Orphan-Arzneimittels gewährt die FDA Medikamenten, die speziell zur Behandlung sehr seltener Erkrankungen entwickelt wurden.

In einer derzeit noch nicht abgeschlossenen randomisierten klinischen Studie soll die Sicherheit und Wirksamkeit von Tasimelteon zur Verlängerung des Gesamtnachtschlafes bei völlig blinden Erwachsenen mit N24HSWD untersucht werden. Im Rahmen dieser Studie vergleichen die Forscher Tasimelteon über einen Zeitraum von sechs Monaten mit einem Placebo (d. h. mit einer identisch aussehenden, aber wirkstofffreien Pille).

Die Studie wird an 25 medizinischen Zentren in den USA und sechs Zentren in Deutschland durchgeführt. Finanziert wird die Studie von Vanda Pharmaceuticals. Die Forscher möchten insgesamt 100 Teilnehmer in die Studie aufnehmen, davon 50 in die Verumgruppe (sie erhalten das aktive Medikament) und 50 in die Placebogruppe.

Weiterführende Informationen zu dieser Studie erhalten Sie unter http://24sleepwake.com/, unter http://clinicaltrials.gov/ (bitte Suchbegriff „N24HSWD“ eingeben).

Für weitere Informationen zu Schlaf und Schlafstörungen wenden Sie sich bitte an:

The National Institutes of Health: http://www.nhlbi.nih.gov/health/public/sleep/

The National Sleep Foundation: http://www.sleepfoundation.org/

The American Academy of Sleep Medicine: http://yoursleep.aasmnet.org/

Denken Sie unbedingt daran: Sprechen Sie immer mit Ihrem Hausarzt, wenn Sie unter einer schlechten Schlafqualität leiden. Führen Sie mindestens zwei Wochen lang ein Schlaftagebuch vor dem Arztbesuch. Damit erhält Ihr Arzt bessere Einsicht in Ihr Schlafverhalten.

Notieren Sie, wann Sie sich schlafen legen und aufstehen und außerdem wann Sie tagsüber ein Nickerchen machen. Schreiben Sie auch auf, wenn Sie Kaffee oder Alkohol getrunken oder andere Medikamente eingenommen haben.

Ihr Arzt kann Sie an ein Zentrum für Schlafstörungen überweisen. Schlafspezialisten können bei Ihnen den Verlauf der Melatonin-Ausschüttung auswerten und Therapiestrategien vorschlagen, damit sich einerseits Ihre Schlafqualität verbessert und Sie sich andererseits tagsüber ausgeruhter fühlen. Außerdem werden sie Sie über laufende Forschungsstudien unterrichten, an den Sie möglicherweise teilnehmen möchten.

Von Lynne Lamberg

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