Testosteron fördert Flirtbereitschaft

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Unter dem Einfluss erhöhter Testosteronwerte baggern Männer merklich intensiver. Was bislang nur eine naheliegende Annahme war, konnten Psychologen aus den Niederlanden und Spanien nun in Experimenten belegen.

Stiegen die Werte des Sexualhormons bei einem spielerischen Wettkampf mit einem Geschlechtsgenossen an, signalisierten Männer einer Frau danach deutlich größeres Interesse. Sie setzten sich selbst verstärkt in Szene, lächelten häufiger und suchten vermehrt Augenkontakt, berichten die Foscher im Fachblatt "Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences" (doi:10.1098/rspb.2011.0764). Dass Männer mit erhöhtem Testosteronspiegel verstärkt versuchen, Frauen zu beeindrucken, war in Studien bereits gezeigt worden. Unklar blieb aber bisher, was Ursache und was Wirkung ist - ob also Testosteron dieses Verhalten fördert oder umgekehrt der Hormonspiegel durch dieses Verhalten in die Höhe getrieben wird.

"Dies ist die erste Studie, die einen direkten Beweis dafür erbringt, dass auf erhöhtes Testosteron während eines Konkurrenzkampfes unter Männern ein verstärkt kontaktsuchendes Verhalten gegenüber Frauen folgt", schreiben Leander van der Meij von der Universität Groningen und Kollegen. Die Psychologen baten für ihr Experiment mehr als 80 männliche Studenten im Alter zwischen 18 und 29 Jahren zunächst zu einem kleinen Konkurrenzkampf. Die Freiwilligen maßen sich in einer Computeraufgabe mit einem Geschlechtsgenossen. Davor und danach stellten die Forscher die Testosteronwerte der jungen Männer anhand einer Speichelprobe fest. Nach dem kleinen Computerduell hatte die eine Hälfte der Probanden Kontakt zu einer Frau, die andere zu einem Mann.

Die Psychologen beobachteten: Diejenigen Männer, bei denen die Testosteronwerte während des Konkurrenzkampfes am heftigsten angestiegen waren, legten in der Folge deutlich stärker ein typisches Flirtverhalten an den Tag, suchten gezielt Kontakt mit ihrer Gesprächspartnerin. Männern gegenüber zeigte sich ein solches Auftreten nicht. Der Anstieg des Hormons hat demnach eine unmittelbare Auswirkung auf das Verhalten gegenüber dem anderen Geschlecht und scheint die Kontaktaufnahme zu fördern. Die Forscher schließen allerdings auch die Möglichkeit nicht aus, dass der Effekt indirekt zustande kommt: Männer, bei denen die Testosteronwerte im Konkurrenzkampf am deutlichsten ansteigen, könnten gleichzeitig auch diejenigen sein, die besonders stark auf die Partnersuche fokussiert sind. Weitere Studien, in denen die Testosteronwerte künstlich beeinflusst werden, könnten diese Frage noch klären, schreiben die Forscher. (dapd)

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