Krankenkasse zahlt nicht

Teurer Urlaub: Unglaubliche Krankenhaus-Rechnung treibt Touristin in finanziellen Ruin

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Ein Reitausflug wurde eine jungen Britin zum Verhängnis. (Symbolbild)

Sie fieberte ihrer Zeit in Dubai entgegen - doch dann passierte Schreckliches: Ein Sturz vom Pferd führte zum Schädelbasisbruch, für dessen Behandlung die Versicherung nicht aufkommen will.

Wer schon mal krank im Urlaub war, kennt es: In der Apotheke erklären, welche Beschwerden man hat, wird in der fremden Sprache zur Herausforderung. Doch was die 24-jährige Becca Chisholm erleben musste, war weit schlimmer. Es war keine harmlose Erkältung, die sie in Dubai quälte: Während eines Reitausfluges hatte sich die junge Frau so schwer verletzt, dass sie einige Tage im Koma lag. Die Diagnose: Schädelbasisbruch und Hirnblutung. Nach diversen Not-OPs ist die Lehrerin zwar aus dem Koma erwacht, doch sie muss weiter behandelt werden.

Unfälle durch "Abenteuersport" nicht durch Versicherung abgedeckt

Und das kostet: So sollen sich die Kosten für die Not-Operationen dem britischen News-Portal Mirror zufolge auf rund 60.000 Pfund (umgerechnet rund 68.222 Euro) belaufen. Und damit nicht genug: Weil Chisholm noch nicht fit genug für einen normalen Rückflug im Passagierflugzeug ist, muss ein spezieller Rückflug nach England für rund 30.000 Pfund gebucht werden.

Die Versicherung der Patientin will die Kosten für Behandlung und Rücktransport nach England allerdings nicht übernehmen. Ihre Begründung: Reiten sei eine Abenteuersportart und Kosten für Unfälle, die daraus entstehen, seien nicht in der Versicherung inbegriffen.

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Freunde sammeln Geld für den Rücktransport nach England

Für Becca Chisholm und ihre Familie eine Hiobsbotschaft. So viel Geld können sie nicht aus eigener Tasche aufbringen. Deshalb haben Freunde der jungen Frau eine Fundraising-Seite ins Leben gerufen, um Geld für die Behandlung und den Rücktransport zu sammeln. Eigentlich wollte Becca Chisholm zwei Jahre in Dubai bleiben, um dort zu arbeiten.

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jg

So viel kassieren niedergelassene Ärzte

Spitzenreiter beim Umsatz der Ärzte aus dem Honorar von Behandlung und Diagnose gesetzlich Versicherter sind die Labormediziner. Sie erzielten nach den jüngsten Zahlen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung im ersten Halbjahr 2011 pro Quartal einen Honorarumsatz von rund 230 000 Euro, gefolgt von Nierenspezialisten mit 224 000 Euro. © dpa
Strahlenmediziner, Humangenetiker, Fachärzte für Innere Medizin mit bestimmten Schwerpunkten und Radiologen folgen mit Werten zwischen 199 000 und 93 000 Euro. Kinder- und Jugendpsychiater erzielten 65 000 Euro Umsatz, Augenärzte 60 000, Chirurgen 57 000, Orthopäden 56 000, Hausärzte 52 000 und Gynäkologen 47 000 Euro. © dpa
Laut der jüngsten Erhebung des Statistischen Bundesamtes konnten die Ärzte in Deutschland ihr Einkommen in den letzten Jahren deutlich steigern. Bei den Orthopäden stieg beispielsweise der Wert des jährlichen Reinertrags von 276.000 Euro im Jahr 2007 auf 293.000 Euro im Jahr 2011. Die Allgemeinmediziner konnten ihren jährlichen Reinertrag sogar um 30.000 Euro auf insgesamt 181.000 Euro pro Jahr steigern. © dpa
Auch andere Ärztegruppen verdienten 2011 deutlich mehr als noch vier Jahre zuvor. Allgemein beträgt der Zuwachs zwischen 2007 und 2011 im Schnitt 17 Prozent. Hals-Nasen-Ohren-Ärzte erzielten demnach laut Statistik einen jährlichen Reinertrag von 215.000 Euro, der jährliche Reinertrag der Frauenärzte beträgt 185.000 Euro, bei den Chirurgen sind es sogar 293.000 Euro. Auch die Hautärzte (249.000 Euro) und die Internisten (266.000 Euro) konnten ihr Einkommen steigern. © dpa
Der jährliche Reinertrag pro Praxis beläuft sich laut der Erhebung des Statistischen Bundesamtes auf 234.000 Euro. Im Schnitt lag der Reinertrag jedes Arztes im Jahr 2011 bei durchschnittlich 13.833 Euro im Monat. © dpa
Augenärzte konnten die größten Einkommenszuwächse erzielen: Sie verdienen im Schnitt 19.083 Euro im Monat. Neurologen kommen auf 14.416 Euro im Monat. Spitzenreiter unter den Ärzten sind die Radiologen und Nuklearmediziner mit 25.250 Euro im Monat. © dpa
Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung für die vertragsärztliche Vergütung stiegen laut Bundesgesundheitsministerium von 33 Milliarden Euro 2010 auf 33,7 Milliarden 2011. © dpa

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