Sicherheitsbericht

Wie häufig kam es bislang zu Thrombosen nach Corona-Impfungen? Das Paul-Ehrlich-Institut informiert

Das Paul-Ehrlich-Institut erfasst Nebenwirkungen, die nach Corona-Impfungen gemeldet wurden.
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Das Paul-Ehrlich-Institut erfasst Nebenwirkungen, die nach Corona-Impfungen gemeldet wurden.

Nach Impfungen kann es zu unerwünschten Reaktionen kommen – auch nach Corona-Immunisierungen. Wie häufig dies der Fall ist, erfahren Sie hier.

Nach Impfungen kommt es in der Regel zu leichten Beschwerden wie Schmerzen an der Einstichstelle. In Hinblick auf die Corona-Impfung mit den in Deutschland zugelassenen Impfstoffen von Astrazeneca, Biontech, Moderna und Johnson & Johnson berichten Impflinge außerdem häufig über Müdigkeit, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Unwohlsein, Schüttelfrost, Fieber*, Schwindel und Gelenkschmerzen. Dabei handelt es sich in der Regel um kurz anhaltende Beschwerden, die nach wenigen Tagen abklingen, wie das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) als deutsches Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel informiert. Dieses erfasst seit Anbeginn der Impfkampagne in Deutschland Meldungen über Nebenwirkungen, die nach der Corona-Impfung beobachtet wurden.

Über 5,5 Millionen Corona-Impfungen in Deutschland durchgeführt

Von 27. Dezember 2020 bis 31. Mai 2021 sind dem PEI zufolge 50.541.084 Impfungen in Deutschland durchgeführt worden. Die meisten davon fanden mit dem Biontech-Impfstoff Comirnaty statt: insgesamt 36.865.276.

3.972.764 Menschen wurden mit dem Moderna-Vakzin, 9.230.103 mit dem Astrazeneca-Präparat Vaxzevria und 472.941 Personen mit dem Johnson & Johnson-Mittel geimpft. Wie das Paul-Ehrlich-Institut informiert, sind bislang 79.106 Verdachtsfälle von Nebenwirkungen oder Impfkomplikationen im zeitlichen Zusammenhang mit einer Corona-Impfung gemeldet worden. Im Verhältnis sei dies eine geringe Anzahl: „Die Melderate betrug für alle Impfstoffe zusammen 1,6 pro 1.000 Impfdosen, für Meldungen über schwerwiegende Reaktionen 0,2 pro 1.000 Impfdosen gesamt“, so das PEI.

Von den rund 79.100 gemeldeten Nebenwirkungen nach Impfung waren es 8.134 Fälle, die als schwerwiegend eingeordnet wurden. Zu diesen schweren Nebenwirkungen zählen unter anderem Thrombosen. Dabei bilden sich Blutgerinnsel in Venen oder Arterien. Im schlimmsten Fall verstopfen diese das Blutgefäß. Das dahinterliegende Gewebe wird in diesem Fall nicht mehr ausreichend mit Blut (und deshalb auch Sauerstoff) versorgt – und stirbt ab.

Anzahl gemeldeter Thrombosen nach Corona-Impfung

Das PEI unterscheidet im aktuellen Sicherheitsbericht thromboembolische Ereignisse und das Thrombose-mit-Thrombozytopenie Syndrom (TTS). Bei einer Thrombozytopenie oder Thrombopenie handelt es sich um eine Verminderung der Zahl der Blutplättchen (Thrombozyten) auf weniger als 150.000/µl im Blut. Dadurch erhöht sich das Risiko für Blutungsereignisse.

Gemeldete Fälle bis Ende Mai je nach Impfstoff (zu berücksichtigen ist die absolute Zahl an Impfungen mit dem jeweiligen Impfstoff siehe oben)

  • Astrazeneca-Impfstoff: 860 thromboembolische Ereignisse wurden in Zusammenhang mit dem Präparat gemeldet, „die mehrheitlich auf die Grunderkrankung zurückgeführt wurden“ so das PEI. Bei 106 Menschen wurde ein TTS-Syndrom nachgewiesen, davon 70 Frauen im Alter von 22 bis 79 Jahren und 35 Männer im Alter von 20 bis 81 Jahren.
  • Biontech-Impfung: 735 Fälle unterschiedlicher thromboembolischer Ereignisse wurden in Zusammenhang mit der Comirnaty-Gabe gemeldet (mittleres Alter 70,9 Jahre). Ein Fall des TTS ist nicht bekannt. 36 Menschen hatten eine Hirnvenenthrombose erlitten.
  • Moderna-Impfung: 68 Fälle thromboembolischer Ereignisse wurden hier gemeldet, darunter zwei Fälle zentraler Sinusvenenthrombosen. Die Patienten waren im Schnitt 63,9 Jahre alt.
  • Johnson & Johnson-Impfung: Ein Herzinfarkt und eine Lungenembolie bei zwei Ü-60-jährigen Personen wurden bis 31. Mai 2021 an das Paul-Ehrlich-Institut übermittelt.

Zum PEI-Sicherheitsbericht

(jg) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Weiterlesen: Verdacht auf Thrombose nach Corona-Impfung? So wird die sehr seltene Komplikation behandelt – Aspirin hilft nicht

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