Sport & Ernährung

Tipps für Diabetiker

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Die meisten Diabetiker müssen Insulin nehmen.

Diabetiker sollten regelmäßig Sport machen. Das kräftigt den Körper. Auch Kraftraining ist erlaubt. Und anschließend können sie ihren Füßen regelmäßig etwas Gutes tun.

Fünfmal Sport pro Woche ist für Diabetiker optimal

Typ-2-Diabetiker profitieren besonders von Sport. Denn regelmäßige Bewegung senkt die Blutzucker-, Blutfett- und Blutdruckwerte, teilt die Organisation diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe mit. Außerdem steigert Muskelarbeit die Insulinausschüttung. Am besten sei es, pro Woche fünf- bis sechsmal für je eine halbe Stunde Sport zu treiben, rät der Sportmediziner Axel Preßler.

"Ideal für Menschen mit Diabetes ist dabei Ausdauersport", erklärt Preßler. Denn der verbrenne nicht nur Kalorien, sondern stärke gleichzeitig das Herz-Kreislauf-System und die Lunge. Der Mediziner empfiehlt Nordic-Walking, Radfahren oder Schwimmen. Auch Krafttraining sei sinnvoll, weil durch den Muskelaufbau die Insulinsensibilität verbessert werde. "Dadurch wird wieder mehr Glukose in die Zellen aufgenommen, und der Blutzuckerspiegel sinkt."

Allerdings sollten Menschen mit Diabetes vor dem Einstieg ins Training gemeinsam mit dem behandelnden Arzt die körperliche Leistungsfähigkeit feststellen lassen. Ein Trainingsplan kann helfen, eine Überbelastung zu vermeiden.

Gymnastik oder warm-kalt-Reize tun Diabetiker-Füßen gut

Fußgymnastik machen oder wechselnd warme - nicht heiße - und kalte Reize setzen. Das tut Diabetikern gut und wird von Bundesvereinigung der Apothekerverbände in ihrer Zeitschrift "Neue Apotheken Illustrierte" (Ausgabe 1. Februar 2016) empfohlen. Das kann neben einem gut eingestellten Blutzucker helfen, das Fortschreiten einer bei Diabetes typischen Nervenschädigung zu verlangsamen. Außerdem sollten Betroffene ihre Füße täglich auf kleine Verletzungen oder Blasen kontrollieren.

Denn durch die schlechtere Durchblutung oder Nervenschädigungen in den Füßen nehmen Betroffene Schmerzen nicht wahr. Kleine Verletzungen werden dann häufig zu spät bemerkt und entzünden sich unter Umständen oder ziehen Infektionen nach sich. Daraus können sich Geschwüre entwickeln, im schlimmsten Fall folgt eine Amputation.

Spezielle Lebensmittel sind für Typ-2-Diabetiker nicht nötig

Wer die Diagnose Typ-2-Diabetes bekommt, sollte zwar auf eine ausgewogene Ernährung achten. Strenge Vorschriften oder Verbote gibt es aber nicht. Darauf weist das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) hin. Auch spezielle Diät-Lebensmittel oder Diabetiker-Produkte seien unnötig. Es gelten die gleichen Ernährungs-Empfehlungen wie für Menschen ohne Diabetes. Nach der Diabetes-Diagnose sollten Betroffene mit ihrem Arzt Behandlungsziele vereinbaren - darunter fällt unter Umständen auch eine Ernährungsumstellung.

Diabetes: Das sollten Sie wissen

Mehrere Millionen Menschen in Deutschland leiden unter einer Vorstufe von Diabetes, wissen aber nichts von der Gefahr. Die Krankheitszeichen sind oft recht allgemein, doch folgende Alarmsignale können auf einen krankhaft erhöhten Blutzuckerspiegel hinweisen. © dpa/dak
1. Verschwommenes Sehen © dpa/dak
2. Taube Hände und Füße © dpa/dak
3. Heißhunger © dpa/dak
4. Übermäßiger Harndrang © dpa/dak
5. Anhaltende Müdigkeit © dpa/dak
6. Plötzlicher Gewichtsverlust © dpa/dak
7. Ständiger Durst © dpa/dak
8. Sexuelle Störungen © dpa/dak
9. Schlecht heilende Wunden © dpa/dak
Ohne Zucker geht beim Menschen gar nichts: Weder würden die Beine einen Schritt gehen, noch das Gehirn einen klaren Gedanken fassen. Wie der Automotor Benzin, so verbrennt unser Körper Traubenzucker und bezieht daraus seine Energie. Allein das Gehirn verbraucht 140 Gramm pro Tag! © dpa/dak
Der Körper holt sich die Glukose aus der Nahrung, über das Blut wird es zu den Organen transportiert und hineingeschleust. Doch dieser Glukose-Stoffwechsel ist bei jedem zehnten Menschen gestört. © dpa/dak
Eine Schlüssel- rolle spielt das Hormon Insulin, das für die Aufnahme des Zuckers in die Organe verantwortlich ist. Es verliert zunächst unbemerkt seine Wirkung. Um die gleiche Menge Zucker zu verarbeiten, wird also mehr Insulin benötigt. Der Körper produziert immer mehr Insulin, bis die dafür zuständigen Zellen in der Bauchspeicheldrüse zugrunde gehen. © dpa/dak
In Folge steigt der Blutzucker im Blut drastisch an, die Organe werden nicht mehr ausreichend mit Treibstoff und Sauerstoff versorgt. Die Folgen sind dramatisch wie Herzinfarkte, Nierenschäden oder schlecht heilendes Gewebe. © dak
Pro Jahr werden in Deutschland 28.000 Füße von Diabetikern amputiert. Mithilfe einer speziellen Stimmgabel überprüft hier der Arzt das Vibrationsempfinden des Fußes und kann davon weitere Maßnahmen ableiten. © dpa/obs
Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft empfiehlt über 45-Jährigen alle drei Jahre eine sogenannte Nüchtern-Blutglukosebestimmung beim Hausarzt. Früh erkannt, ist die Krankheit gut behandelbar. Wird Diabetes heilbar? Das Neueste von der Impfung bis zur Stammzellen-Therapie lesen Sie hier... © dak

dpa

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