Ärger mit falschen Enkeln

Der Trick ist nicht neu, aber aus Sicht von Ganoven nicht selten effektiv. „Rate mal, wer dran ist?“ Mit dieser oder ähnlichen Formulierungen rufen Betrüger bei zumeist älteren Menschen an.

Sie geben sich als Verwandte, Enkel oder gute Bekannte aus und bitten um hohe Bargeldsummen. Diese Form des Betruges, bei der die Hilfsbereitschaft zumeist älterer Menschen skrupellos ausgenutzt wird, habe schon viele Betroffene um ihre Ersparnisse gebracht, heißt es beim hessischen Landeskriminalamt (LKA).

Bisher relativ ruhig im Wolfhager Land

Vergleichweise ruhig ist es bezüglich des so genannten Enkeltricks bislang im Wolfhager Land geblieben. Auf Anfrage der HNA erklärte Hauptkommissarin Sabine Knöll, dass es in den vergangenen Jahren lediglich zwei Fälle gegeben habe.

Im Vorjahr seien zwei dieser Taten registriert worden, Mitte Juli in Zierenberg und Anfang November in Sand. Da die Geldübergabe oft nach einem Besuch bei der Hausbank stattfinde, bei der das Opfer das geforderte Geld abgehoben habe, sei nun speziell für Bankmitarbeiter ein neues Infoblatt mit Indikatoren für den Enkeltrick entwickelt und auf www.polizei-beratung.de bereitgestellt worden, teilt das LKA mit.

Ältere Bankkunden sollen so effektiver vor den Machenschaften der Betrüger geschützt werden. „Zwischen älteren Mitbürgern und Angestellten ihrer Hausbank entwickelt sich häufig ein über Jahre hinweg gewachsenes Vertrauensverhältnis, weshalb gerade die Bankangestellten auch über die familiären Verhältnisse der älteren Menschen sehr gut Bescheid wissen“, sagt Professor Dr. Wolf Hammann, Vorsitzender der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes.

Deswegen wolle die Polizei Bankmitarbeiter gezielt über den Enkeltrick aufklären und ihnen Verhaltensempfehlungen für entsprechende Verdachtsfälle an die Hand geben. (awe)

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