Zehn Prozent der Rheuma-Patienten sind Jugendliche

Es trifft auch die Jungen

Geschwollene Knöchel, steife Hände und schmerzende Gelenke: Rheuma trifft nach Aussage von Experten nicht nur alte Leute. „Zehn Prozent der Rheuma-Patienten sind jünger als 16“, erklärte Professor Andreas Schwarting von der Uniklinik Mainz. Die meisten erkrankten jedoch zwischen ihrem 40. und 50. Lebensjahr. Der Verlauf der Krankheit lasse sich schwer vorhersagen, die richtige Therapie für jeden einzelnen Patienten sei schwer zu finden. Rheinland-pfälzische Forscher wollen das nun ändern: Von 2011 an begleiten sie 450 Rheuma- Patienten, um den Verlauf der Krankheit zu untersuchen.

Typische Symptome für Rheuma seien geschwollene Knöchel und schmerzende Gelenke.

„Oft fühlt sich der Patient auch insgesamt schlapp. Die Schmerzen halten an“, sagte Schwarting, der in der Klinik den Schwerpunkt Rheumatologie leitet. Statistisch leide einer von hundert Menschen an der Volkskrankheit rheumatoider Arthritis, der häufigsten der rund zweihundert Rheuma-Arten. Auf einen Termin beim Facharzt müsse ein Patient im Schnitt 13 Monate warten. Zu lange, warnte der Mediziner. „Diese chronisch entzündliche Krankheit greift dann schon Knorpel oder Knochen an.“

Im kommenden Jahr startet das rheinland-pfälzische Projekt Adapthera. Es soll unter anderem den Kontakt zwischen Hausärzten und Fachärzten verbessern. Während der drei Untersuchungsjahre sollen die teilnehmenden Mediziner auch die Zahl der Rheumapatienten im Land erheben.

Schwarting hofft, dass nach den drei Jahren Rheuma-Patienten früher erkannt und konsequent behandelt werden. „Die Frühdiagnose ist entscheidend für den weiteren Krankheitsverlauf“, sagte der Mediziner. Nur eine frühzeitige Therapie könne die Krankheit stoppen. (dpa)

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