Bundestag diskutiert

Trisomie 21 erkennen: Bluttest für Schwangere bald Kassenleistung?

+
Der deutsche Bundestag: Am 13. März debattierten die Abgeordneten über vorgeburtliche Bluttests.

Ob vorgeburtliche Bluttests für Schwangere bald von den Krankenkassen bezahlt werden sollen, beschäftigt aktuell den Bundestag. Was dafür spricht - und was dagegen.

Sollen Bluttests, die etwa die Chromosomen-Anomalie Trisomie 21 anzeigen, bei Schwangeren künftig von den Kassen bezahlt werden? Ein schwieriges Thema, das von einigen Bundestagsabgeordneten kritisch gesehen wird.

Mögliche Folge: Diskriminierung behinderten Lebens

Rund zwei Stunden diskutierten die Abgeordneten am 13. März 2019 über vorgeburtliche Bluttests bei Schwangeren und deren Finanzierung. Viele sprachen sich gegen eine Übernahme durch die Krankenkasse aus, da eine Diskriminierung behinderten Lebens die Folge sein könnte, wie der Deutschlandfunk berichtete.

Diejenigen, die sich für die Übernahme in den Leistungskatalog der Krankenkassen aussprachen, sehen darin einen wichtigen Schritt für das Selbstbestimmungsrecht der Frau, es gehe aber auch um gleichberechtigten Zugang zu Gesundheitsleistungen, wie Deutschlandfunk berichtete.

Fehlbildungen bei Ungeborenen erkennen: Bluttest bisher keine Kassenleistung

Über 30 Abgeordnete hatten während der Besprechung im Bundestag jeweils drei Minuten Zeit, um ihren Standpunkt zu vertreten. Hintergrund der Debatte ist die Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses von Kassen, Ärzten und Patientenvertretern, die Zulassung des Bluttests als Kassenleistung in die Wege zu leiten. Als Gäste waren während der Debatte auch Menschen mit Down-Syndrom und deren Familien anwesend.  

Lesen Sie auch: Kein Kokoskuchen auf Station - diese absurden Klinik-Regeln verwundern noch heute

Umfrage zum Thema

Um Fehlbildungen beim ungeborenen Kind zu erkennen, gibt es einige Tests für Schwangere, die von den Krankenkassen übernommen werden. Dazu zählt etwa die Fruchtwasseruntersuchung. Diese birgt allerdings mehr Risiken als ein Bluttest, der keine Kassenleistung ist. Wenn der Test Routine werde, steige allerdings der Druck auf Eltern, behinderte Embryos abzutreiben, sagte CDU-Politiker Michael Brand. In seinen Augen droht ein Trend zur Selektion und Optimierung des Menschen.

SPD-Politiker Karl Lauterbach hielt dagegen: Es sei nicht vertretbar, Frauen den risikoärmeren Test vorzuenthalten. Ein Ethikrat macht in seinen Augen Sinn, der in Zukunft über derartige Gentests entscheiden soll. Wann und ob der Test eine Kassenleistung wird, ist noch nicht abschließend geklärt.

WeiterlesenFrau bringt Baby zur Welt - und nur 26 Tage später Zwillinge

jg

Sport nach der Geburt: Darauf sollten Mütter achten 

Kinderwagen schieben und dabei ins Schwitzen kommen: Darum geht es bei Mutter-Kind-Kursen wie "Laufmamalauf". Foto: Laufmamalauf
Kinderwagen schieben und dabei ins Schwitzen kommen: Darum geht es bei Mutter-Kind-Kursen wie "Laufmamalauf".  © Laufmamalauf
Beim Kangatraining kommen die Mütter ins Schwitzen: Rückenstärkung, Haltungskorrektur und Muskelaufbau für die Beine werden hier zum Beispiel trainiert. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert
Beim Kangatraining kommen die Mütter ins Schwitzen: Rückenstärkung, Haltungskorrektur und Muskelaufbau für die Beine werden hier zum Beispiel trainiert. © Klaus-Dietmar Gabbert
Katja Ohly-Nauber (links) und Illdiko Gössl haben beide das Konzept von "Laufmamalauf" entworfen. Mittlerweile werden die Sportkurse deutschlandweit angeboten. Foto: Laufmamalauf/Caro Hoene
Katja Ohly-Nauber (links) und Illdiko Gössl haben beide das Konzept von "Laufmamalauf" entworfen. Mittlerweile werden die Sportkurse deutschlandweit angeboten.  © Caro Hoene
Petra Schweers ist Hebamme und Kangatrainerin aus Berlin. Foto: Petra Schweers
Petra Schweers ist Hebamme und Kangatrainerin aus Berlin.  © Petra Schweers
Beim Kangatraining geht es nicht nur um die Bewegung: Mütter können dort auch Kontakte knüpfen. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert
Beim Kangatraining geht es nicht nur um die Bewegung: Mütter können dort auch Kontakte knüpfen.  © Klaus-Dietmar Gabbert
Trainerin Katharina Hartmann aus Berlin leitet die Mütter beim Kangatraining an. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert
Trainerin Katharina Hartmann aus Berlin leitet die Mütter beim Kangatraining an. © Klaus-Dietmar Gabbert
Der Kinderwagenkurs funktioniert wie ein Zirkeltraining: An verschiedenen Stationen trainieren die Mütter mit Kinderwagen oder ihrem eigenen Körpergewicht. Foto: Laufmamalauf/V. Mitelman
Der Kinderwagenkurs funktioniert wie ein Zirkeltraining: An verschiedenen Stationen trainieren die Mütter mit Kinderwagen oder ihrem eigenen Körpergewicht. © V. Mitelman
Extra Gewichte brauchen Mütter beim Kangatraining nicht: Es reicht aus, das eigene Baby in die Luft zu stemmen. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert
Extra Gewichte brauchen Mütter beim Kangatraining nicht: Es reicht aus, das eigene Baby in die Luft zu stemmen. © Klaus-Dietmar Gabbert

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.