Über Kinder-Impfungen entscheidet der betreuende Elternteil

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Getrennt lebende Eltern sind sich oft nicht einige: Soll das Kind geimpft werden oder nicht? Im Streitfall darf der Elternteil entscheiden, der das Kind hauptsächlich betreut. Foto: Julian Stratenschulte

Ob man Kinder impfen sollte oder nicht - hier gehen die Meinungen unter Eltern oft weit auseinander. Sind sich getrennt lebende Eltern, die das gemeinsame Sorgerecht haben, hier nicht einig, greift die Regelung zur Alltagssorge.

Berlin (dpa/tmn) - Streiten sich getrennt lebende Eltern über Impfungen der Kinder, entscheidet der Elternteil, der den Nachwuchs hauptsächlich betreut. Auch wenn Mutter und Vater das gemeinsame Sorgerecht haben, gehörten Impfungen zur sogenannten Alltagssorge.

Unter Alltagssorge versteht man die Entscheidungen des täglichen Lebens. Das erläutert die Arbeitsgemeinschaft Familienrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV).

Im verhandelten Fall vor dem Amtsgericht Darmstadt (AZ: 50 F 39/15 SO) waren sich die getrennt lebenden Eltern zunächst einig gewesen, die Kinder erst mal nicht impfen zu lassen. Die Mutter entschied sich allerdings nach Gesprächen mit der Kinderärztin doch für die Immunisierung - der Vater war dagegen.

Das Gericht erlaubte der Frau, allein darüber zu entscheiden. Bei den Impfungen handele es sich um empfohlene Schutzimpfungen und diese Frage sei Teil der Alltagssorge. Entscheiden könne daher der Elternteil, bei dem sich die Kinder hauptsächlich aufhalten.

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